Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft

Daten & Fakten

Im Jahr 2017 war die deutsche Landwirtschaft für die Emission von rund 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten verantwortlich. Das sind 7,3 % der deutschen Treibhausgas-Emissionen. Wesentliche Quellen sind Methan-Emissionen aus der Tierhaltung und Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden.


Bei den Emissionen aus der Landwirtschaft betrug der Anteil von Lachgas (N2O) aus Böden (einschließlich der Emissionen infolge der Ausbringung von Energiepflanzengärresten) 40,2 %, während der Anteil von Methan (CH4) aus der tierischen Verdauung bei 38,5 % lag. Die restlichen 21,3 % der Emissionen aus der Landwirtschaft entfielen auf das Wirtschaftsdünger-Management, die Lagerung von Energiepflanzengärresten, Kalkung und Harnstoffanwendung.

Die N2O-Emissionen aus dem Wirtschaftsdünger-Management sowie die CH4-Emissionen aus Verdauung und Wirtschaftsdünger-Management haben seit 1990 deutlich abgenommen: 2017 lagen die N2O-Emissionen um 16,8 % niedriger als 1990, die CH4-Emissionen um 26,8 %.

94 bis 95 % der Gesamtemissionen an CH4 und N2O aus der Tierhaltung stammen aus Verdauung und Wirtschaftsdünger-Management (Stall, Lager) von Rindern und Schweinen, 2 bis 3 % entfallen auf die übrigen Tiere (Geflügel, Schafe, Ziegen, Pferde). Diese Zahlen sind über die Jahre weitgehend konstant (2017: Milchkühe 49,3 %, übrige Rinder 35,3 %, Schweine 10,1 %, übrige Tiere 2,4 %). Beim Rest der Gesamtemission (2017: 3 %) handelt es sich um N2O-Emissionen, die im Boden aus der Deposition von Stickstoff entstehen, der zuvor als NH3 und NO aus allen Ställen und Wirtschaftsdüngerlagern emittiert wurde.

Der Rückgang der Emissionen gegenüber 1990 ist vor allem auf den Abbau der Tierbestände in den neuen Bundesländern bis 1992 zurückzuführen. Ein leicht abnehmender Trend hielt bei den Milchkühen bis 2005 an, bei den übrigen Rindern auch darüber hinaus. Bei den Schweinen dagegen ist die Anzahl der Tiere seit 1995 wieder leicht angestiegen.

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Methan- und Lachgas-Emissionen seit 1990 liegt in der zunehmenden Bedeutung der anaeroben Vergärung von Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen und der teilweise gasdichten Lagerung von Gärresten.  

Minderungspotenzial

Im Gegensatz zu Ammoniak-Emissionen bestehen für Methan- und Lachgas-Emissionen bislang nur wenige technische Möglichkeiten für Minderungsmaßnahmen. Das größte Minderungspotenzial haben:

  • eine emissionsarme und am Pflanzenbedarf orientierte Düngung, die Stickstoffüberschüsse und somit Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden vermeidet, und
  • die Vergärung von Tierexkrementen in Biogasanlagen und die anschließende gasdichte Lagerung der Gärreste.  

Gesamtemission versus produktbezogene Emission

Durch Leistungssteigerung nehmen die Emissionen pro Tier zu. Zum Beispiel kam es trotz der abnehmenden Zahl von Milchkühen oft zu einer steigenden Gesamtemission der Milchkühe. Dies liegt an der beständigen Steigerung der Milchleistung. Produktbezogen betrachtet führt die zunehmende Milchleistung allerdings zu einem Rückgang der Emissionen pro kg Milch. Dies liegt daran, dass der Erhaltungsenergiebedarf einer Milchkuh von der Milchleistung unabhängig ist und daher bei steigenden Milchleistungen nicht mit ansteigt. Ein prinzipiell ähnliches Bild ergibt sich bei den leistungsbezogenen Treibhausgas-Emissionen aus der Mastschweinehaltung.

Service zum Download

Thünen Report 67
Berechnung von gas- und partikelförmigen Emissionen aus der deutschen Land-
wirtschaft 1990–2017: Report zu Methoden und Daten (RMD) Berichterstattung 2019

Die zum Report gehörende Datei mit Eingabedaten und Emissionsergebnissen finden Sie hier.