Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft

Daten & Fakten

Im Jahr 2018 war die deutsche Landwirtschaft für die Emission von rund 63,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten verantwortlich. Das sind 7,4 % der deutschen Treibhausgas-Emissionen. Wesentliche Quellen sind Methan-Emissionen aus der Tierhaltung und Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden.


Bei den Emissionen aus der Landwirtschaft betrug der Anteil von Methan (CH4) aus der tierischen Verdauung 39,4 %, während der Anteil von Lachgas (N2O) aus Böden (einschließlich der Emissionen infolge der Ausbringung von Energiepflanzengärresten) bei 38,8 % lag. Die restlichen 21,8 % der Emissionen aus der Landwirtschaft entfielen auf das Wirtschaftsdünger-Management, die Lagerung von Energiepflanzengärresten, Kalkung und Harnstoffanwendung. Die Emissionen aus dem Energieverbrauch in der Landwirtschaft bleiben in dieser Aufstellung unberücksichtigt, weil sie im Emissionsinventar dem Energiesektor zugerechnet werden.

Die N2O-Emissionen aus dem Wirtschaftsdünger-Management sowie die CH4-Emissionen aus Verdauung und Wirtschaftsdünger-Management haben seit 1990 deutlich abgenommen: 2018 lagen die N2O-Emissionen um 18,3 % niedriger als 1990, die CH4-Emissionen um 28,2 %.

94 bis 95 % der Gesamtemissionen an CH4 und N2O aus der Tierhaltung stammen aus Verdauung und Wirtschaftsdünger-Management (Stall, Lager) von Rindern und Schweinen, 2 bis 3 % entfallen auf die übrigen Tiere (Geflügel, Schafe, Ziegen, Pferde). Diese Zahlen sind über die Jahre weitgehend konstant (2018: Milchkühe 49,5 %, übrige Rinder 35,2 %, Schweine 9,9 %, übrige Tiere 2,4 %). Beim Rest der Gesamtemission (2018: 3 %) handelt es sich um N2O-Emissionen, die im Boden aus der Deposition von Stickstoff entstehen, der zuvor als NH3 und NO aus allen Ställen und Wirtschaftsdüngerlagern emittiert wurde. 

Der Rückgang der Emissionen gegenüber 1990 resultiert primär aus dem Strukturwandel Anfang der 1990er Jahre und dem weiteren Rückgang der Rinderbestände bis Mitte der 2000er Jahre.

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Emissionen liegt in der zunehmenden Bedeutung der anaeroben Vergärung von Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen und der teilweise gasdichten Lagerung von Gärresten. Der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in Biogasanlagen führt dagegen zu zusätzlichen CH4-Emissionen aus der Anlage und der Lagerung der Gärreste.

Seit dem Tiefststand 2007 haben die Treibhausgasemissionen im Sektor Landwirtschaft zunächst wieder zugenommen, um ab 2015 erneut abzusinken. Gegenüber dem Vorjahr 2017 sind die Emissionen 2018 sichtbar gesunken. Dies ist in erster Linie eine Folge trockenheitsbedingter Ernteeinbußen und geringerer Düngung im Jahr 2018, aber auch der weiteren Abnahme der Rinderzahlen.

Minderungsoptionen

Im Gegensatz zu Ammoniak-Emissionen bestehen für Methan- und Lachgas-Emissionen bislang nur wenige technische Möglichkeiten für Minderungsmaßnahmen. Das größte Minderungspotenzial haben:

  • eine emissionsarme und am Pflanzenbedarf orientierte Düngung, die Stickstoffüberschüsse und somit Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden vermeidet, und
  • die Vergärung von Tierexkrementen in Biogasanlagen und die anschließende gasdichte Lagerung der Gärreste.  

Gesamtemission versus produktbezogene Emission

Durch Leistungssteigerung nehmen die Emissionen pro Tier zu. Zum Beispiel kam es trotz der abnehmenden Zahl von Milchkühen oft zu einer steigenden Gesamtemission der Milchkühe. Dies liegt an der beständigen Steigerung der Milchleistung. Produktbezogen betrachtet führt die zunehmende Milchleistung allerdings zu einem Rückgang der Emissionen pro kg Milch. Dies liegt daran, dass der Erhaltungsenergiebedarf einer Milchkuh von der Milchleistung unabhängig ist und daher bei steigenden Milchleistungen nicht mit ansteigt. Ein prinzipiell ähnliches Bild ergibt sich bei den leistungsbezogenen Treibhausgas-Emissionen aus der Mastschweinehaltung.

Service zum Download

Thünen Report 77
Berechnung von gas- und partikelförmigen Emissionen aus der deutschen Land-
wirtschaft 1990–2018: Report zu Methoden und Daten (RMD) Berichterstattung 2020

Die zum Report gehörende Datei mit Eingabedaten und Emissionsergebnissen finden Sie hier.