Seefischerei Meere Fischerei

2019 – das Jahr des Internationalen Makreleneiersurveys

Aktuell

Dieses Jahr ist es wieder soweit. In einem groß angelegten internationalen Survey wird die Bestandsgröße der Nordostatlantischen Makrele abgeschätzt.

Ein Makrelenei (links) und ein Seehechtei (rechts). Mackerel egg (left side) and a hake egg (right side). (© Thünen-Institut)

Alle drei Jahre wird die Bestandsgröße der Nordostatlantischen Makrele (Scomber scombrus), eine der wichtigsten kommerziellen Fischarten Europas, durch eine großangelegte Forschungskampagne abgeschätzt. 2019 sind acht europäische Nationen von Portugal bis zu den Färöer Inseln daran beteiligt.

Die Populationsgröße der Makrele wird dabei über die Anzahl der abgelegten Eier in Bezug zur Fruchtbarkeit der Elterntiere abgeschätzt. Dabei werden während der Laichzeit der Makrele im Laichgebiet alle 15 Seemeilen Planktonproben genommen und auf das Vorhandensein von frisch gelaichten Makreleneiern untersucht. Aus dieser Eiproduktion zusammen mit Untersuchungen zur Fruchtbarkeit der adulten (erwachsenen) Makrelen kann dann ein Index zur Populationsgröße bestimmt werden. Zusätzlich wird der Survey auch für die Bestandsabschätzung des Stöckers (Trachurus trachurus) genutzt, einer weiteren für die europäische Fischerei wichtigen Art.

Ende Januar startete die Kampagne ganz im Süden des Laichgebietes vor der portugiesischen Küste und wird mit Hilfe von vielen Forschungsschiffen bis Anfang August das ganze Laichgebiet entlang des europäischen Kontinentalschelfs bis vor Island und den Färöer Inseln abdecken.

Erschwert wird dieses Vorhaben dadurch, dass sich seit 2007 das Laichgebiet der Makrele in nördlicher und westlicher Richtung ausdehnt. Dies steht mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen. Darum fand im letzten Jahr schon ein Scout-Survey auf einem gecharterten shetländischen Fischereischiff mit internationaler Besetzung und Beteiligung des Instituts für Seefischerei statt, um die Grenzen des Laichgeschehens auszuloten. Frisch abgelaichte Eier wurden bis weit in den ozeanischen Bereich bei Wassertiefen bis zu mehreren tausend Metern gefunden. Die dabei gefundene Grenze der Verbreitung, d.h. bis wohin Eier gefunden wurden, gibt für dieses Jahr die westliche Grenze des Surveygebietes vor.

Das Thünen Institut für Seefischerei wird ab Ende März bis zum 30. April an dieser Forschungskampagne beteiligt sein und dabei zweimal Gebiete in der nördlichen Biskaya, der Keltischen See und westlich von Irland abdecken. Dabei werden die Makreleneier mit dem Hochgeschwindigskeit-Planktonfanggerät Nackthai gesammelt sowie Fischereihols durchgeführt. Aufgrund von dringenden Reparaturen am deutschen Forschungsschiff „Walther Herwig III“ wird in diesem Jahr der deutsche Teil der Kampagne mit dem gecharterten dänischen Forschungsschiff „Dana“ durchgeführt.

Ihre Fragen zu diesem Thema richten Sie bitte an Jens Ulleweit.

Hier gelangen Sie zum See-Tagebuch dieser Reise!