Europas Meeresfischer

Hintergrund

Fahrten, Arten, Daten

Fischverarbeitung unter Deck: In Hochseetrawlern wird der gefangene Fisch direkt verarbeitet und in Frostern gelagert (© Thünen-Institut/SF)

Wo und wie fischen europäische Fangflotten? Im Wesentlichen sind es drei Bereiche: Vor den Küsten, auf Kuttern und auf Hoher See – mit einem gewissen Anteil an Fernfischerei.

In der deutschen Küstenfischerei sind vor allem die Krabbenfischerei im Wattenmeer der Nordsee und die Stellnetzfischerei auf Dorsch und Hering in der Ostsee von Bedeutung.

In der Kutterfischerei der Ostsee sind Dorsch, Hering, Sprotte und Flunder die Hauptzielarten, während in der Nordsee mit Baumkurren auf Plattfische und mit Scherbrettnetzen auf Rundfische (u.a. Kabeljau, Seelachs, Hering) gefischt wird. Grundsätzlich unterscheiden wir dabei zwischen demersaler (bodennaher) und pelagischer (in der freien Wassersäule mit Schwimmschleppnetzen durchgeführter) Fischerei.

Die Hochseefischerei unter deutscher Flagge operiert in einem sehr großen Gebiet von der Barentssee bis vor Nordwestafrika (Mauretanien, Marokko) und zeitweise im Südostpazifik. Im Nordatlantik sind vor allem die Kabeljaubestände vor Grönland und Norwegen, der schwarze Heilbutt vor Grönland, die Rotbarsch-Bestände vor Norwegen und in der Irmingersee (südwestlich von Island) und die Schwarmfische Hering, Blauer Wittling, Makrele und Stöcker westlich der britischen Inseln von Interesse. Die Fernfischerei zielt zurzeit auf Sardinen (Sardinella spp.) im Ostatlantik und Stöcker (Chilean Jack Mackerel) im Pazifik.

Alle europäischen Flotten wurden in den letzten Jahren durch mehrjährige Ausrichtungsprogramme der EU-Flottenpolitik reduziert, die Fangkapazität den Fangmöglichkeiten angepasst. Daten zu den Fangaktivitäten der deutschen Flotte stellt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung als deutsche Fischereikontrollbehörde auf der Basis von Logbuch- und Anlandescheinen und der Fernüberwachung (Vessel Monitoring System, VMS) zusammen. Biologische und ökonomische Daten der kommerziellen Fischerei sammelt das Thünen-Institut im Datenerhebungsprogramm und stellt sie wissenschaftlichen Arbeitsgruppen zur Verfügung.