Bestandstrennung

Hintergrund

Dorsch ist nicht gleich Dorsch

Ostsee-Dorsch (© Thünen-Institut/SF)

Fischarten kommen in der Regel in verschiedenen Populationen bzw. Beständen vor. Zum Teil unterscheiden sie sich deutlich nach Fortpflanzungsgebieten, Laichzeiten, Wachstum und anderen biologischen oder ökologischen Merkmalen. Der Kabeljau im Nordatlantik und in der Nordsee bzw. Dorsch in der Ostsee wird zum Beispiel derzeit in 13 verschiedene Bestände unterteilt. Alle gehörten zur Art Gadus morhua.

Um einen Fischbestand angemessen abschätzen und bewirtschaften zu können, muss er sich von anderen Beständen der gleichen Art abgrenzen lassen. Nur so kann pro Bestand bestimmt werden, zu welchen Zeiten, in welchen Gebieten er vorkommt und wie produktiv er ist. Dann lässt sich seine Nutzung entsprechend anpassen. Es gibt zahlreiche Methoden der Bestandstrennung,  u.a.

  • Genetik,
  • Morphometrie (Formanalysen des Fischkörpers),
  • Umrissanalysen und Mikrochemie der Gehörsteine (Otolithen),
  • Parasitologie und
  • Markierungsexperimente.

An diversen Projekten zur Bestandstrennung des Ostsee-Dorsches, der Rotbarsch-, Stöcker-, Herings- und Kabeljau-Bestände im Nordatlantik waren und sind wir beteiligt. Dabei konnten wir eine weitreichende Expertise in der Populationsgenetik und Analyse der Umrissformen und chemischen Zusammensetzung (Spurenelemente, stabile Isotope) von Otolithen gewinnen. Wir wenden moderne genetische Verfahren, digitale Bildanalyse und mikrochemische Extraktionsverfahren („micro mill“) und Messtechniken an.

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Stransky C (2005) Geographic variation of golden redfish (Sebastes marinus) and deep-sea redfish (S. mentella) in the North Atlantic based on the otolith shape analysis. ICES J Mar Sci 62(8):1691-1698, DOI:10.1016/j.icesjms.2005.05.012