Beifang und andere Nebenwirkungen

Dossier

Nahezu jede menschliche Aktivität – dazu gehört auch die Meeresfischerei – hat unerwünschte Auswirkungen auf biologische Systeme und die Umwelt. Solange diese Auswirkungen in bestimmten Grenzen bleiben und nahezu reversibel sind, sich also in einer angemessenen Zeitspanne der frühere Zustand wieder herstellen lässt, kann diese Nutzung als nachhaltig angesehen werden.

Der Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ wird häufig verwendet, aber auch sehr unterschiedlich definiert. Die Brundtland-Kommission der Vereinten Nationen stellte fest: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“.

Eine nachhaltige Fischerei muss also viel mehr berücksichtigen als nur den Einfluss auf die Zielart. So dürfen die verwendeten Fangmethoden zum Beispiel weder hohe Beifänge anderer Arten haben noch Zerstörungen mariner Lebensräume verursachen. Was aber „hoch“ ist, oder wann eine Beeinträchtigung des Meeresbodens nicht mehr akzeptabel ist, darüber bestehen unterschiedliche Vorstellungen. Wir versuchen daher, zunächst die Auswirkungen der Fischerei auf Zielarten, Beifänge und andere Elemente der Meeresumwelt statistisch valide zu quantifizieren. Im zweiten Schritt bemühen wir uns um eine Bewertung der Auswirkungen und entwickeln dafür Referenzpunkte oder vergleichen über Ökosystemgrenzen hinweg. Darüber hinaus versuchen wir aufzuzeigen, wie sich die unerwünschten Umweltauswirkungen minimieren lassen, wenn dies erforderlich ist.