Gelöster organischer Kohlenstoff: Der Verlustpfad über die Wasserphase

Expertise

Moorwasserproben im Labor
Wasserproben aus verschiedenen Moorflächen (© Thünen-Institut/Bärbel Tiemeyer)

Gelöste organische Verbindungen sind verantwortlich für die typische gelbe bis rötlich-braune Färbung von Moorwässern. Austräge von gelöstem organischem Kohlenstoff (DOC) stellen einen Teil der Kohlenstoffbilanz von Mooren dar und sind indirekt klimarelevant, da sie in unterliegenden Gewässern größtenteils mikrobiell in CO2 umgewandelt werden. Daneben kann DOC aquatische Ökosysteme beeinflussen und Probleme in der Trinkwasseraufbereitung verursachen.

In Labor- und Feldexperimenten untersuchen wir, wie sich hydrologische Prozesse und Torfeigenschaften auf die Dynamik der DOC-Konzentrationen und der DOC-Verluste auswirken. Beispielsweise haben wir herausgefunden, dass die DOC-Konzentrationen an einem stark entwässerten Hochmoorgrünland doppelt so hoch wie in einem feuchteren Intensivgrünland und viermal so hoch wie an einem naturnahen Referenzstandort waren (Artikel in Biogeosciences). Eine Wiedervernässung ehemaliger Torfabbauflächen führte dagegen zu einer Rückkehr zu naturnahen Konzentrationen.