Humusgehalt

Um den Humus zu erhalten, müssen Böden humusschonend bearbeitet werden. Im Bundes-Bodenschutzgesetz werden zwei Maßnahmen besonders betont: eine ausreichende Zufuhr an organischer Substanz und eine Reduzierung der Bearbeitungsintensität.


Humus ist wichtig für die ökologischen Bodenfunktionen, z.B. als:

  • Nährstoffquelle für Mikroorganismen, Bodentiere und Pflanzen
  • Lebensraum für Mikroorganismen und Bodentiere
  • Grundlage der Filter- und Pufferfunktion, insbesondere für den Grundwasserschutz.

Durch die Bodenbearbeitung und den Anbau von Kulturpflanzen wird der Humus, der im Boden vorhanden ist, allerdings verbraucht. Die Ursachen dafür sind vielfältig:

UrsacheIndikatorMaßnahmen
Erosion


Verlagerung durch WinderosionAnlage von Hecken
Verlagerung durch WassererosionBodenbedeckung erhöhen, Bodenbearbeitung reduzieren
Verlagerung durch ÜberflutungBodenbedeckung sicherstellen, Verzicht auf Grünlandumbruch
EntwässerungLuftzufuhr in ehemals durchnässte BodentiefenVerzicht auf Neuanlage von Drainagen, Umwandlung Acker in Grünland
GrünlandumbruchNutzungswandelZwischenfruchtabau, Wiedereinsaat von Grünland
geänderte Bewirtschaftung (z.B. viehhaltend zu viehlos)

Verringerung der Zufuhr an organischer SubstanzFruchtfolge mit ausreichend Zufuhr an organischer Substanz (Humusmehrer)
Fruchtfolge mit hohem Anteil an HackfrüchtenAnpassen der Fruchtfolge, Stroh auf dem Feld belassen, Zwischenfrüchte anbauen
Anbau von Energiepflanzen

Abfuhr allen Aufwuchses inklusive ErnterestenZufuhr "neuer" Reststoffe/Kompost/Gärreste
Neue Fruchtfolge (40% Mais), Bilanzdefizit

Grundlegende landwirtschaftliche Maßnahmen, die Humusgehalt und -qualität fördern, sind:

  • eine standortgerechte vielfältige Fruchtfolge mit einem ausgewogenen Verhältnis von humuszehrenden und humusmehrenden Pflanzen. Humuszehrend sind Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Raps, Sonnenblume und Getreide mit Strohabfuhr; humusmehrend sind Kleegras, Luzerne, Körnerlegumenosen und Zwischenfrüchte wie Ölrettich, Senf und Phacelia.
  • eine ausreichende Versorgung des Bodens mit organischer Substanz. Die Zufuhr erfolgt durch die Reststoffe, die bei der Ernte auf dem Feld verbleiben (z.B. Wurzeln, Stoppeln und Stroh), durch den gezielten Anbau von Zwischenfrüchten und durch Wirtschaftsdünger (Stallmist, Gülle und Kompost).
  • das Befahren des Ackerstandorts mit bodenschonender Bereifung.
  • bei der Bodenbearbeitung in der Reihenfolge „Pflug – konservierend – Direktsaat“ wird der Boden durch eine zunehmende Bedeckung der Oberfläche gegenüber äußeren mechanischen Einflüssen wie z.B. starken Niederschlägen deutlich stabilisiert und liefert insgesamt eine hohe Tragfähigkeit durch eine stabile Bodenstruktur.