Erosionsereignisse

Bodenerosionen durch Wasser, Wind, Bodenbearbeitung und Erntearbeiten sind regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Sie führen zu einer Minderung von Krumenmächtigkeit und Wasserspeicherkapazität und nehmen dadurch direkt Einfluss auf die Ertragsfähigkeit von Böden.


Zusätzlich führen im „Run off“ gelöste Dünge- und Pflanzenschutzmittel zu einer Eutrophierung der Gewässer. Doch ab wann sollten Landwirte dem Problem der Bodenerosion erhöhte Aufmerksamkeit schenken?

Orientierungswerte für Wassererosion

Parameter Wann tritt Wassererosion auf?
Niederschlag > 5 mm je Stunde
Boden Schluffe, sandige Lehme, lehmige Sande
Hanglänge > 50 Meter
Hangneigung > 4 Prozent
Bodenoberfläche fehlende Bodenbedeckung

Orientierungswerte für Winderosion

Parameter Wann tritt Winderosion auf?
Windgeschwindikeit > 6 bis 8 Meter pro Sekunde
Luftfeuchte gering
Bodenart Sande, insbesondere Feinstsande mit geringen Ton- und Schluffgehalten; Anmoor
Humusgehalt auf Mineralböden gering; auf degradierten organischen Böden hoch
Windoffenheit der Landschaft < 5 Kilometer lineare Landschaftelemente je Quadratkilometer in waldarmen Regionen
Oberflächenrauigkeit gering
Bodenbedeckung < 25 Prozent

Ziel „guter fachlicher Praxis“ ist es, die Bodenoberfläche ganzjährig zu schützen. Praktisch gelingt das mit dem Anbau von Zwischenfrüchten oder indem der Boden mit organischen Reststoffen wie Stroh bedeckt bleibt.

Der standortangepasste Bodenbedeckungsgrad ist der Schlüsselindikator zur Beschreibung der Erosionsanfälligkeit von Böden. Die Intensität der Bodenbearbeitung wirkt direkt auf den Bedeckungsgrad und ist neben dem Reststoffmanagement das wichtigste Instrument des Landwirts, Oberflächenverschlämmung und Bodenerosion vorzubeugen.

Relative Veränderung von Wasserabfluss und Bodenertrag durch Regen in Abhängigkeit von der Bodenbedeckung

Die dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung und die Direktsaat sind die wirkungsvollsten Maßnahmen gegen Bodenersosion durch Wasser und Wind auf Ackerflächen. Durch den Verzicht auf die Bodenwendung mit dem Pflug verbleiben stabile Bodenaggregate und bodenbedeckendes Mulchmaterial etwa in Form von Strohrückständen an der Oberfläche. Regenwürmer ziehen die Strohhalme nach unten und schaffen so die Leitbahnen im Boden, in denen das Wasser versickern kann.

Die Mulchauflage schützt den Ackerboden vor physikalischer Zerstörung der Oberflächenaggregate durch heftige Niederschläge. Das ist durch Feldversuche, Beregnungsversuche und Messungen umfassend belegt. Zusätzlich helfen Schonstreifen, Gewässerschutzstreifen und Intervall-Fahrgassenbegrünung, Erosionen zu reduzieren.