Bodenverdichtung

Die Bodenbearbeitung kann eine Ursache für Bodenverdichtungen sein. Insbesondere ein überlockertes Gefüge nach Pflugbearbeitung zeichnet sich durch eine geringe Tragfähigkeit aus und ist sehr verdichtungsempfindlich.


Schwere, „unterbereifte“ Erntemaschinen können vor allem bei hoher Bodenfeuchte zu Verdichtungen führen, die das Infiltrationsvermögen von Böden stark herabsetzen. Auch Wurzelwachstum, biologische Aktivität, Gas- und Wasseraustausch können reduziert werden.

Die Vorsorgepflicht gegen das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen wird im Bundes-Bodenschutzgesetz (§ 7) festgehalten. Darunter fallen auch Schadverdichtungen durch unsachgemäßen Maschineneinsatz. Daher sind Landwirte verpflichtet und bemüht, den Einsatz von Bodenbearbeitungs- und Erntetechnik so zu planen, dass unerwünschte Nebeneffekte weitestgehend vermieden werden.

Wie sich Verdichtungen des Bodens vermeiden lassen

Während Bodenerosionen gut an der Oberfläche zu beobachten sind, sind Verdichtungen im Boden optisch nur schwer zu erkennen. Die Reaktion des Bodens auf Befahrung mit Landmaschinen ist sehr komplex und erfordert eine aufwendige experimentelle Ursache-Wirkungs-Forschung.

Aus Bodenkarten (u.a. Bodenart, Ausgangasubstrat) und Wetterdaten (u.a. Niederschlag, Verdunstung, Bodenfeuchte) kann die Verdichtungsempfindlichkeit von Standorten abgeleitet werden. Mithilfe von Messungen und Befahrungsversuchen lässt sich so die mechanische Belastung von Landmaschinen (Radlast, Reifeninnendruck, Kontaktfläche, Überrollhäufigkeit, Spurflächenanteil) feststellen.

Verknüpft man die Daten von standortabhängiger Verdichtungsempfindlichkeit und mechanischer Belastung, erhält man Auskunft über die jeweiligen Befahrbarkeitstage, an denen bodenschonendes Befahren stattfinden kann.

Indikatoren, Merkmale und Wirkungen einer Verdichtung

IndikatorSchadbildWirkung
Vegetationungleichmäßiger Pflanzenaufwuchs und verzögerte Bestandsentwicklung innerhalb eines SchlagsErtragsunsicherheit bzw. -minderung
Chlorose (Mangel an Blattgrün) bei gleichem DüngeniveauErtragsunsicherheit bzw. -minderung, gasförmige Verluste an Nährstoffen
lückiger Bestand mit kürzeren PflanzenErtragsunsicherheit bzw. -minderung
schnellere Abreife und geringere KornmasseErtragsunsicherheit bzw. -minderung
Bodenoberfläche





VerschlämmungBeeinträchtigung des Gas- und Wasserhaushalts, gehemmte Bestandsentwicklung, erhöhter Bodenabtrag, Verlust an Nährstoffen
SpurrillenBodenabtrag
Wasserstau an der OberflächeBeeinträchtigung des Gas- und Wasserhaushalts
ErosionsrinnenBeeinträchtigung des Gas- und Wasserhaushalts, gehemmte Bestandsentwicklung, erhöhter Bodenabtrag, Verlust an Nährstoffen
Losungshaufen von Regenwürmern nur vereinzelt erkennbarschwache Aktivität der Regenwürmer verbunden mit geringem Umsatz von Vegetationsresten
unvollständig eingearbeitete VegetationsresteSauerstoffmangel für Pflanzenwurzeln und aerobe Bodenorganismen
Oberboden bzw. Ackerkrume (0-30 cm)




grobschollige Krumeerhöhter Arbeitsaufwand für die Saatbetterstellung, ungleichmäßiger Pflanzenaufwuchs
StrohmatratzenBeeinträchtigung der Bodenorganismen, weniger Durchwurzelung
Bereiche, die gräulich verfärbt sind und unangenehm riechenSauerstoffmangel für Pflanzenwurzeln und aerobe Bodenorganismen
nur vereinzelt Regenwurmgängeeingeschränkte Wasseraufnahme, erhöhter Oberflächenabfluss, Sauerstoffmangel
Wurzeln nur an der Bodenoberflächeunzureichende Wasser- und Nährstoffaufnahme
Krumenbasis




unzersetztes StrohSauerstoffmangel für Pflanzenwurzeln und aerobe Bodenorganismen
Wasserstau an der Grenze zum Unterbodeneingeschränkte Wasseraufnahme, erhöhter Oberflächenabfluss, Sauerstoffmangel
Bereiche, die gräulich verfärbt sind und unangenehm riechenSauerstoffmangel für Pflanzenwurzeln und aerobe Bodenorganismen
abrupte Abnahme der Wurzeln, wenige Regenwurmgängeunzureichende Durchwurzelung des Unterbodens, Nährstoffverluste durch Auswaschung, Mindererträge
scharfkantige, eng geschlossene Bodenaggregate, die nur mit großem Kraftaufwand zu zerlegen sindzu hoher Widerstand für die Wurzeln, erhöhter Bedarf an Zugkraft und Kraftstoff bei der Bodenbearbeitung
Unterboden (30-90 cm)


nur vereinzelt Regenwurmgänge, wenig Humuseintrag durch Regenwürmergehemmte Austauschprozesse im Oberboden


Wurzeln ungleichmäßig verteilt
scharfkantige, eng geschlossene Bodenaggregate