Den Boden bedeckt halten – Winderosion bekämpfen

Hintergrund

Auf Ackerböden muss Winderosion nicht viel Schaden anrichten – nicht, wenn der Boden gut geschützt wird. Wie der Boden widerstandsfähig gegen Wind gemacht werden kann, hängt von vielen Faktoren und Voraussetzungen ab.


Boden kann einfach wegwehen. Die Windstärke und die Zeit, in der der Wind weht, beeinflussen den Transport von Bodenpartikeln. Je nach Partikelgröße und Humusgehalt und Bewuchs ist der Boden gegenüber Winderosion verschieden gut geschützt. Mehr Feuchtigkeit im Boden und ausreichende Humusgehalte halten die Partikel fester zusammen, sodass der Wind erst bei sehr hohen Geschwindigkeiten Erosion verursachen kann.

Was den Boden schützt

Sandige Böden mit mehr Humus und tonige Böden speichern Regenwasser besser als humusarme Sandböden. Eine Bodenoberfläche, die nach dem Regen nicht sofort wieder trocken ist, kann der Winderosion besser trotzen. Auch an Stellen, wo es neue Windhindernisse wie Kartoffeldämme quer zur Hauptwindrichtung oder jahrelang gepflegte natürliche Windhindernisse wie Wälder und Hecken gibt, verhindern diese im Vergleich zum Flachland ohne Hindernisse Schäden durch Winderosion. Trifft der Wind auf Hindernisse, sinkt seine Geschwindigkeit durch die Reibung an der rauen Oberfläche. Ist die Bodenoberfläche durch eine geschlossene Vegetationsdecke gut geschützt, kann auch ein starker Sturm keine Bodenpartikel ablösen und transportieren. Ist die Bodenoberfläche jedoch unbedeckt, kann der Wind direkt an den Bodenpartikeln angreifen, sie loslösen, transportieren und wieder ablagern. Dabei löst der Wind einzelne, trockene Körner, Humusteilchen und kleine Aggregate und transportiert sie in der Luft weiter. Die Bodennutzung durch uns Menschen hat also einen wichtigen Einfluss und kann so gut gemacht werden, dass Winderosion erst gar nicht auftritt.

Wie Boden wegwehen kann

Es gibt drei Transportarten:

  • Rollender Teilchentransport (in der Bodenkunde: Reptation) betrifft relativ große Teilchen über kürzere Distanzen.
  • Springender Teilchentransport (Saltation) ist typisch für Sandstrände - Teilchen mittlerer Größe springen rund einen halben Meter hoch über eine Distanz von ein bis zwei Metern – oder bis zum nächsten Hindernis.
  • Schwebender Transport (Suspension) ist charakteristisch für feinste Bodenteilchen über weite Distanzen. Regelmäßig gelangt so Staub aus der Sahara zu uns nach Deutschland. Staub aus Australien kann sogar bis in die Antarktis schweben und dort das Eis rötlich einfärben. Bodenbestandteile gelangen in weiter entfernte Gebiete, je kleiner sie sind.

Den Umfang der Winderosion verkleinern

Gerade die feinsten Bodenbestandteile enthalten viele wichtige Nährstoffe. Diese wichtigen Nährstoffe gilt es besonders auf den winderosionsgefährdeten Flächen gut festzuhalten. Nach Schätzungen der Europäischen Umweltagentur sind rund 42 Mio. Hektar des europäischen Festlands von Winderosion betroffen, wovon ungefähr eine Mio. Hektar als ernsthaft beeinträchtigt gelten. Für Deutschland beziffern Funk & Reuter (2006) die von Winderosion betroffenen Flächen auf 4,1 Mio. Hektar. Die am stärksten durch Wind gefährdeten Ackerböden liegen in Deutschlands Norden und Osten. Auf den eiszeitlich gebildeten Sandböden von Schleswig-Holstein, in weiten Teilen von Mecklenburg-Vorpommern, in Niedersachsen, im Münsterland und in Ostwestfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen, in Sachsen-Anhalt sowie in Brandenburg und im Osten von Sachsen haben daher viele Landwirtinnen und Landwirte beim Bewirtschaften ihrer Böden den Schutz vor der Winderosion verstärkt im Blick.