Bodentiere dezimieren Schadpilze und ihre Toxine

Expertise

Fusariose an Weizen (© JKI/Rodemann)

Auf konventionelle d.h. wendende Bodenbearbeitung mit dem Pflug zu verzichten, ist ein wesentlicher Schritt zum Schutz des Bodens. Allerdings werden so Erntereste nicht mehr in den Oberboden eingearbeitet sondern verbleiben auf der Oberfläche. Bedeckt eine solche Mulchschicht aus Stroh den Boden, bewahrt sie ihn vor Verschlämmung und Erosion, minimiert Schwankungen der Feuchte- und Temperaturverhältnisse und dient darüber hinaus der biologischen Vielfalt im Boden. Doch nicht nur erwünschte Organismengruppen werden so erhalten und gefördert,  sondern auch Schadorganismen z. B. bodenbürtige Schadpilze. Das bedeutet eine Infektionsgefahr für die Folgefrucht. Bei Getreide kann ein Befall mit Schadpilzen der Gattung Fusarium Krankheiten im Bestand auslösen. Er zeigt Symptome der Ährenfusariose: partielle Taubährigkeit.

Erträge gehen verloren, die Qualität des Ernteguts sinkt. Arten der Gattung Fusarium zählen weltweit zu den bedeutendsten Schadpilzen, da sie häufig auftreten und Pilzgifte (Mykotoxine) produzieren. Aufgrund der potenziellen Gesundheitsgefahr hat die EU Höchstmengen für verschiedene Mykotoxine in pflanzlichen Rohstoffen und Lebensmitteln festgelegt. Bei Überschreiten der Grenzwerte darf das Erntegut nicht in den Handel gelangen. Eines der in Getreide am häufigsten nachgewiesene Mykotoxin ist das zu den Trichothecenen zählende Deoxynivalenol.

Gegen  Schadpilze sorgt gute fachliche Praxis vor: Sie vermeidet enge Fruchtfolgen, baut gering anfällige Sorten an, bekämpft Pilze mit nachhaltiger Fungizid-Behandlung. Diese landwirtschaftlichen Maßnahmen führen jedoch nur teilweise zum gewünschten Erfolg. Vor diesem Hintergrund gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Thünen-Instituts und des JKI der Frage nach, inwiefern weit verbreitete Bodentiere wie Regenwürmer sowie pilzfressende Springschwänze (Collembolen) und Fadenwürmer (Nematoden) der Entwicklung von Fusarien und einer Kontamination mit ihren Toxinen auf natürlichem Wege Einhalt gebieten können.

Diese ökologischen Dienstleistungen stehen im Mittelpunkt ihrer gemeinsamen Forschung. Kenntnisse über das Leistungspotenzial antagonistischer Bodentiergruppen und ihre Förderung durch nachhaltige Managementmaßnahmen sind im Kontext der Bodengesundheit und des Bodenschutzes ökonomisch und ökologisch bedeutend. Sie erlauben Rückschlüsse auf Prozessabläufe, die eine sichere landwirtschaftliche Produktion gewährleisten.