Bodenorgansismen: Das Universum unter unseren Füßen

Dossier

Regenwurm-Losung entlang eines Transekts (© Thünen-Institut/Quentin Schorpp)

Wie sich Bodenlebewesen in enormer Vielfalt regenerieren, wie sie untereinander und mit dem Ackerbau in Wechselwirkung stehen und wie unsere Forschung dem Nutzen und Bestand dieses Mikrokosmos aus Tieren, Bakterien, Pilzen, Archäen dient.


Feldversuch mit Bodentieren im Mesokosmos
Feldversuch mit Bodentieren im Mesokosmos (© Thünen-Institut/Friederike Wolfarth)

Ob und wie fruchtbar Böden sind, hängt vom komplexen Zusammenspiel vieler Akteure höchst unterschiedlicher Größe und Lebensrhythmen ab. In einem Gramm Ackerboden können sich etwa 10 Milliarden Bakterienzellen, dazu 1 Milliarde Archaeen tummeln. Letztere ähneln den Bakterien; dazu kommen Pilze, die in ihrer Biomasse im Allgemeinen mindestens ebenso stark vertreten sind wie die Bakterien und Archaeen zusammen.

Es leben dort aber auch Bodentiere – etwa Regenwürmer, Springschwänze, Nematoden – in großer Zahl. Mögen Zeit- und Raumdimensionen ihrer verschiedenen Sphären auseinander klaffen – erst das Miteinander all dieser Wesen erschafft die Rahmenbedingungen des Pflanzenwachstums: die Bodenfruchtbarkeit. Sie ist eine Gemeinschaftsleistung. Die Gemeinschaften sind je vielfältiger, desto stabiler gegen Umwelteinflüsse; zugleich sind Bodenorganismen deren Indikatoren. Wenn Forscher etwas über die Qualität von Böden erfahren wollen, müssen sie Tiere und Mikroorganismen beobachten, die Art ihres Zusammenspiels und den Einfluss des Menschen darauf.

Projekte

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 6

  1. Wolfarth F, Schrader S, Oldenburg E, Weinert J, Brunotte J (2011) Earthworms promote the reduction of Fusarium biomass and deoxynivalenol content in wheat straw under field conditions. Soil Biol Biochem 43(9):1858-1865, DOI:10.1016/j.soilbio.2011.05.002
  2. Rogasik H, Schrader S, Onasch I, Kiesel J, Gerke HH (2014) Micro-scale dry bulk density variation around earthworm (Lumbricus terrestris L.) burrows based on X-ray computed tomography. Geoderma 213:471-477
  3. Wolfarth F, Schrader S, Oldenburg E, Weinert J (2013) Nematode-collembolan-interaction promotes the degradation of Fusarium biomass and deoxynivalenol according to soil texture. Soil Biol Biochem 57:903-910, DOI:10.1016/j.soilbio.2012.11.001
  4. Capelle C van, Schrader S, Brunotte J (2012) Tillage-induced changes in the functional diversity of soil biota - a review with a focus on German data. Eur J Soil Biol 50:165-181, DOI:10.1016/j.ejsobi.2012.02.005
  5. Fründ HC, Butt K, Capowiez Y, Eisenhauer N, Emmerling N, Ernst G, Potthoff M, Schädler M, Schrader S (2010) Using earthworms as model organisms in the laboratory: Recommendations for experimental implementations. Pedobiologia 53(2):119-125, doi:10.1016/j.pedobi.2009.07.002
  6. Beylich A, Oberholzer H-R, Schrader S, Höper H, Wilke BM (2010) Evaluation of soil compaction effects on soil biota and soil biological processes in soils. Soil Tillage Res 109(2):133-143, DOI:10.1016/j.still.2010.05.010