Meeresökosysteme

Hintergrund

Benthos: Leben in der Bodenzone (© Thünen-Institut/I. Wilhelms)

Wie werden die Meeresökosysteme der Zukunft aussehen? Wie ändern sich Funktionen und Leistungen der Ökosysteme, wenn klimatische Änderungen zunehmen, und sie gleichzeitig intensiver genutzt werden?

Solche wichtigen Wechselwirkungen wollen wir identifizieren, quantifizieren und Empfehlungen für ein besseres Management geben. Damit verfolgen wir das Ziel, ökologisches Verständnis zur Grundlage zu machen, wenn über die nachhaltige Nutzung der Meere entschieden wird. Wir untersuchen zum Beispiel die Verbreitungsmuster und Wanderungsbewegungen von Arten und Artengemeinschaften ebenso wie die biologische Vielfalt, ihre Bedeutung für die Funktionen der Ökosysteme, sowie die biologischen Wechselwirkungen in Lebensgemeinschaften und die Bindung von Arten und Gemeinschaften an ihre Lebensräume.

Wir analysieren, wie sich der Klimawandel und andere anthropogene Faktoren auf die Ökosysteme auswirken. Wie beeinflussen verschiedene Umweltfaktoren die Entwicklung der Ökosysteme? Das wollen wir abschätzen können und mit diesem Wissen zielgenauere Empfehlungen für die Steuerung menschlicher Aktivitäten im Meer geben.

Auf See erfassen wir, wie sich Lebensgemeinschaften von Fischen zusammensetzen und verteilen, wir beobachten das Plankton und wirbellose Organismen am Meeresgrund, die physikalischen und chemischen Bedingungen in ihren Lebensräumen sowie die Beschaffenheit des Meeresbodens. Damit können wir Zustand und Veränderlichkeit der Meeresökosysteme des Wattenmeeres, der offenen Nordsee und des Atlantiks analysieren. Unsere Kernkompetenzen: Zeitserienanalysen, experimentelle Prozessstudien und verschiedene Ansätze der Modellierung.

Langzeitdatenserien gewinnen wir auf standardisierten und regelmäßigen Forschungsreisen in verschiedenen Seegebieten. Dieses Monitoring findet - teilweise seit vielen Jahrzehnten - sowohl in der Nordsee inklusive Wattenmeer, vor Grönland und Spitzbergen, in der Irmingersee und vor der Küste Westafrikas statt. Die Zeitserienanalysen erlauben uns, langfristige Entwicklungen zu erkennen. Zusammen mit ökologischen Prozessstudien sowie Informationen über andere menschliche Nutzungen und klimatische Entwicklungen legen wir sie einer integrierten Bewertung zugrunde, wie sich menschliche Aktivitäten auf die Meeresumwelt auswirken.