Eine Datenbank für Fischgene

Expertise

Genetische Unterschiede bei Fischarten (© Thünen-Institut/FI)

Die Küstengewässer Westafrikas zählen nicht zuletzt aufgrund der hohen Artenvielfalt zu den wichtigen Fischerei-Fanggebieten für den europäischen Markt. Gleichzeitig sind sie aber auch eine der weltweit am stärksten von illegaler Fischerei betroffenen Regionen und damit besonders betroffen von Überfischung und Naturraumzerstörung.

Entscheidend für die Überwachung von Fischereiaktivitäten ist, die Herkunft von Fischereiprodukten zurückverfolgen zu können. Eine eindeutige Zuordnung zumindest der Art – wenn möglich auch der geographischen Herkunft – ist insbesondere bei verarbeiteten Produkten jedoch schwierig. Als Folge kommt es immer wieder zu Fehldeklarationen, Verschleierung illegaler Fischerei und Unsicherheit beim Verbraucher. Beispielsweise stellte sich im Hamburger Hafen bei der Überprüfung eines mit Seeteufel-Filets deklarierten Containers heraus, dass es sich durchweg um optisch ähnliche Filets eines vergleichsweise günstigen Kugelfisches handelte.

Molekulargenetische Methoden erlauben auch bei verarbeiteten Fischereiprodukten eine eindeutige Artbestimmung und Rückschlüsse auf die Herkunft. Wir erarbeiten derzeit eine Referenzdatenbank für die wichtigsten westafrikanischen Fischarten, mit der sich Fischereiprodukte genetisch identifizieren lassen. Das bedeutet mehr Sicherheit für den Verbraucher und hilft, die illegale Fischerei einzudämmen.