Biodiversität im Meer – Vielfalt erkennen

Dossier

Wer zählt die Arten, kennt die Namen...? (© Thünen-Institut/Reinhold Hanel)

Die Artenvielfalt von Fischen spiegelt sich auf unseren Speisekarten wider. Doch ist die Vielfalt an dieser Stelle nicht immer erwünscht. Nicht selten landen nämlich Fänge aus illegaler oder unregulierter Fischerei auf dem Europäischen Markt. Verhindern lässt sich das durch sichere Arterkennung und Herkunftsnachweise. Vor allem bei verarbeiteten Fischereiprodukten wie Filets oder gar Konserven ist dafür ein genetischer Fingerabdruck erforderlich. Im Thünen-Institut verfügen wir über eine einzigartige Sammlung von DNA- Proben atlantischer Fischarten. Derzeit erarbeiten wir eine Vergleichsdatenbank, mit deren Hilfe es Kontrollbehörden und Verbraucherschützern in Zukunft besser gelingen wird, illegale Importe von Fischereiprodukten aufzudecken.

Die Küstengewässer Westafrikas zählen nicht zuletzt aufgrund der hohen Artenvielfalt zu den wichtigen Fischerei-Fanggebieten für den europäischen Markt. Gleichzeitig sind sie aber auch eine der weltweit am stärksten von illegaler Fischerei betroffenen Regionen und damit besonders betroffen von Überfischung und Naturraumzerstörung.

Entscheidend für die Überwachung von Fischereiaktivitäten ist, die Herkunft von Fischereiprodukten zurückverfolgen zu können. Eine eindeutige Zuordnung zumindest der Art – wenn möglich auch der geographischen Herkunft – ist insbesondere bei verarbeiteten Produkten jedoch schwierig. Als Folge kommt es immer wieder zu Fehldeklarationen, Verschleierung illegaler Fischerei und Unsicherheit beim Verbraucher. Beispielsweise stellte sich im Hamburger Hafen bei der Überprüfung eines mit Seeteufel-Filets deklarierten Containers heraus, dass es sich durchweg um optisch ähnliche Filets eines vergleichsweise günstigen Kugelfisches handelte.

Molekulargenetische Methoden erlauben auch bei verarbeiteten Fischereiprodukten eine eindeutige Artbestimmung und Rückschlüsse auf die Herkunft. Wir erarbeiten derzeit eine Referenzdatenbank für die wichtigsten westafrikanischen Fischarten, mit der sich Fischereiprodukte genetisch identifizieren lassen. Das bedeutet mehr Sicherheit für den Verbraucher und hilft, die illegale Fischerei einzudämmen.