Biodiversität im Meer – Vielfalt erkennen und schützen

Dossier

Wer zählt die Arten, kennt die Namen...? (© Thünen-Institut/Reinhold Hanel)

Die Änderung der Meeresumwelt hat direkte Auswirkungen auf marine Artengemeinschaften und Nahrungsnetze und damit auch auf das Vorkommen genutzter Arten. Eine Sicherung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt im Meer ist für die nachhaltige Nutzbarkeit mariner Ressourcen von zentraler Bedeutung. Vor diesem Hintergrund erfasst das Thünen-Institut die Biodiversität von Fischen und Wirbellosen und untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Einflüsse auf marine Ökosysteme und Lebensgemeinschaften.

In der Dokumentation der Artenvielfalt sowie den Untersuchungen zu ihren Beziehungen im Nahrungsnetz kommen zunehmend genetische Nachweismethoden zum Einsatz, mit denen sich auch schwer bestimmbare Lebensstadien oder nicht mehr identifizierbare Beutetiere in den Mägen von Fischen identifizieren lassen.

Insgesamt rückt in der Fischereiforschung des Thünen-Instituts der Einsatz moderner, nicht-invasiver Techniken zur Erfassung der Artenvielfalt immer weiter in den Fokus. So wird der Einsatz von Hydroakustik, Sonar und optischen Systeme untersucht, der zukünftig verstärkt dazu genutzt werden soll, Bestandserhebungen weiter zu automatisieren. Gleichzeitig werden moderne Hochdurchsatz-Sequenzier-Verfahren entwickelt, die das Potenzial haben, herkömmliche Bestandserhebungen zu ergänzen.

Um die Bedrohung der Artenvielfalt durch den Handel mit gefährdeten Arten weiter einzudämmen, arbeiten wir darüber hinaus an eindeutigen Herkunftsnachweisen für Fischereiprodukte. Durch die Entwicklung geeigneter genetischer Methoden und die Bereitstellung einer öffentlich zugänglichen Bild- und DNA-Vergleichsdatenbank (www.aquagene.org) soll es Kontrollbehörden und Verbraucherschützern in Zukunft besser gelingen, illegale Importe von Fischereiprodukten aufzudecken und so bedrohte Arten in den Herkunftsländern umfassender zu schützen.