Institut für

Seefischerei

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Ökonomische Analysen der Fischerei und Aquakultur

Angebot in einer Fischtheke. (© Thünen-Institut/J. Ulleweit)

Der globale Bedarf an Fischereierzeugnissen wird auch in Zukunft weiter steigen. Fisch gilt als gesundes Lebensmittel und ist in weiten Teilen der Welt die vorherrschende Eiweißquelle. Der steigende Bedarf wird zukünftig mehr und mehr aus Aquakulturen gedeckt. Wir forschen an den ökonomischen Grundlagen nachhaltiger Produktionsweisen in Fischerei und Aquakultur.

Dazu erheben wir im EU-Datenerhebungsprogramm ökonomische Daten für Fischereiflotte, Aquakultur und fischverarbeitende Industrie in Deutschland. Diese Sektordaten werden um ausgewählte, betriebswirtschaftliche Modelle von Farmen und Fangschiffen ergänzt. Die Betriebsmodelle basieren dabei auf dem Ansatz des typischen Betriebes und werden im engen Austausch mit Fischwirten und Fischern in Fokusgruppen erarbeitet (agri benchmark).

Die betriebswirtschaftlichen Datensätze nutzen wir für Kosten-, Profitabilitäts- und Produktivitätsanalysen auch im internationalen Vergleich. Insbesondere finden die typischen Betriebe für die Folgenabschätzung neuer Techniken, geänderter Umweltbedingungen und von Politikmaßnahmen Anwendung. Auch die Auswirkungen des Klimawandels spielen in unserer Forschung eine immer größere Rolle. Für die Analyse der Effekte auf die Fischerei nutzen wir bio-ökonomische Simulations- und Optimierungsmodelle, mit denen verschiedene Klimaszenarien durchgespielt werden können. Die zunehmende Digitalisierung, wie z.B. elektronische Logbücher, Kamera- und Satelliten-gestützte Fangüberwachung oder genetische Methoden zur Rückverfolgbarkeit von Fischprodukten, eröffnen neue Möglichkeiten für die Datenerhebung und Analyse und wird unser Verständnis der ökonomischen Zusammenhänge in der Fischwirtschaft weiter verbessern.

Fischerei und Aquakultur ist einem beschleunigten Strukturwandel unterworfen. Die Erhebung sozialer und ökonomischer Daten zur Bedeutung der Fischerei bzw. Aquakultur für eine Region, stehen erst am Anfang, werden in Zukunft allerdings an Bedeutung gewinnen, denn viele Kleinbetriebe wurden aufgegeben, auch z.T. wegen großer Probleme, Nachfolger*innen zu finden. Gleichzeitig steigt der Anspruch der Gesellschaft an eine nachhaltige Produktion der Lebensmittel. In diesem Spannungsfeld versuchen wir Wege aufzuzeigen, wie eine profitable regionale Fischerei und Aquakultur in Zukunft gewährleistet werden kann. Hierzu gehört auch die Betrachtung der Rahmenbedingungen für die Betriebe, da die beste Politik wirkungslos bleibt, wenn sie von den Betroffenen nicht akzeptiert wird. Bei der Betrachtung bleiben wir aber nicht stehen, sondern analysieren und entwickeln neue Politikansätze.

Das Meer ist zunehmenden Nutzungsansprüchen ausgesetzt und eine nachhaltige Nutzung dieses Naturraums wird schwieriger. Deshalb müssen auch wir neue Methoden entwickeln und einsetzen um z.B. Ökosystemleistungen ökonomisch zu bewerten. Verantwortungsvoll eingesetzt, könnten diese Informationen den Schutz der Ökosysteme verbessern. Denn nur eine nachhaltige Nutzung und ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Schutz- und Nutzungsinteressen wird langfristig unsere Versorgung mit dem gesunden Lebensmittel Fisch sicherstellen.

Ansprechpartner

Dr. Ralf Döring

Projekte

"Stundenglas" (© Thünen-Institut/C. Waitkus)