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Seefischerei

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Ökonomische Analysen der Fischerei und Aquakultur

Angebot in einer Fischtheke. (© Thünen-Institut/J. Ulleweit)

Der globale Bedarf an Fischereierzeugnissen steigt seit Jahren kontinuierlich. Gleichzeitig stößt die Fischerei an die natürlichen Grenzen der Ressourcennutzung. Der Ausbau der Aquakultur im Meer und an Land verläuft weltweit ungleich und nicht immer umweltschonend. Zudem konkurriert die Fischwirtschaft in den Küstenregionen mit anderen Nutzern.

Analysen ökonomischer Daten und Vorhersagemodelle sind Basis für unsere Politikberatung in diesem Spannungsfeld: Mithilfe von betriebswirtschaftlichen Daten der deutschen Fischereiflotte, aus der Marikultur und der Fischverarbeitung, die wir im EU-Datenerhebungsprogramm für den Fischereisektor regelmäßig erfassen, beurteilen wir die sozio-ökonomischen Auswirkungen wechselnder Rahmenbedingungen. Daraus leiten wir Prognosen für die Zukunft ab, zum Beispiel wie sich ein Ausschluss von Fischereien aus Naturschutzgebieten oder Windparks auswirken würde.

Die beste Fischereipolitik bleibt wirkungslos, wenn sie nicht von den Betroffenen akzeptiert wird. Deshalb erarbeiten wir Vorschläge für die Anpassung von Managementmaßnahmen bis hin zur Formulierung neuer Politikansätze, die die Akteure besser einbeziehen und die Akzeptanz politischer Instrumente erhöhen. Basis für diese Arbeiten ist, dass wir das Handeln der Fischerei – vom einzelnen Fischer bis zur ganzen Flotte – verstehen. Dazu bedienen wir uns gekoppelter biologisch-ökonomischer Modelle. Sie bilden ab, wie sich Verhaltensänderungen der Nutzer auf die Ressourcen beziehungsweise veränderte Nutzungen von Ressourcen auf die Nutzer auswirken.

Fangfischerei und Aquakultur werden in der politischen Steuerung national wie auch auf EU Ebene als voneinander weitgehend unabhängige Produktionssysteme betrachtet. Vom Verbraucher wird aber kaum zwischen Produkten aus Fischerei oder Aquakultur unterschieden, und sie konkurrieren am Markt. Deshalb untersuchen wir Produktionssysteme und vergleichen ihre jeweilige wirtschaftliche Tragfähigkeit. Neben Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen berücksichtigen wir Standortfaktoren, Umweltauswirkungen und Sozialverträglichkeit. Aus den Analysen lassen sich grundsätzliche Empfehlungen ableiten, etwa in welchen Fällen Aquakultur gegenüber der Fangfischerei im Vor- bzw. Nachteil ist.

Ansprechpartner

Dr. Ralf Döring

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"Stundenglas" (© Thünen-Institut/C. Waitkus)