Institut für

Seefischerei

Institutsleitung

Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Wencke Griemsmann
Institut für Seefischerei

Herwigstraße 31
27572 Bremerhaven
Telefon: +49 471 94460 101
Fax: +49 471 94460 199
wencke.griemsmann@thuenen.de


Lebende Meeresressourcen

Makrelen im Fischkorb (© Thünen-Institut/Birgit Suer)

Quoten- und andere Bewirtschaftungsmaßnahmen der EU, zum Beispiel die Einrichtung von Schutzgebieten, oder die Festlegung von Schonzeiten oder von Fanggerätespezifikationen, regeln, wie viele Fische einer Population gefangen werden dürfen und wie sich Fischerei auf das Meeresökosystem insgesamt auswirkt. Grundlage für die Bewirtschaftungsregeln sind die Datenerhebungen und Modellrechnungen der Fischereiforschung. In Deutschland ist dafür das Thünen-Institut zuständig.

Im Arbeitsbereich „Lebende Meeresressourcen“ erfassen und bewerten wir, wie sich die Nutzung von Fischen und anderen Meeresorganismen auf deren Populationen – in der Fischereibiologie nennt man sie Bestände – auswirkt. Die Ergebnisse unserer Arbeiten fließen in die Quoten- und Bewirtschaftungsempfehlungen und damit direkt in das europäische Fischereimanagement ein. Sie tragen außerdem dazu bei, einen ökosystemaren Bewirtschaftungsansatz weiterzuentwickeln, der den verantwortungsvollen Umgang mit dem Meer und seinen Bewohnern fördert und die Versorgung der Menschen mit hochwertigen und nachhaltig gewonnenen Nahrungsmitteln aus  dem Meer sicherstellt.

Aus Daten der kommerziellen Fischerei, die zum Beispiel den nationalen Fangstatistiken entnommen oder durch Fangbeprobungen kommerzieller Fischkutter gewonnen wurden, sowie durch eigene Forschungsfahrten erhalten wir wichtige Informationen über die verschiedenen Bestände und Fischereien. Diese verwenden wir im Rahmen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), um mit Kollegen aus Europa und Nordamerika den Zustand der atlantischen Fischbestände einzuschätzen, künftige Entwicklungen abzuleiten sowie Risiken für die Meeresökosysteme zu identifizieren. Unter anderem weil der Ratschlag des ICES in den vergangenen Jahren konsequenter umgesetzt wurde, verbesserte sich der Zustand vieler Fischbestände in Europa sichtbar.

Grundlegendes Verständnis zu Demografie und Dynamik von Populationen ist essenziell, um beschreiben und prognostizieren zu können, wie sich Fischbestände entwickeln.  Während in der Vergangenheit Fischbestände oftmals losgelöst von ihrer Umwelt betrachtet wurden, beschäftigen wir uns seit geraumer Zeit  intensiv mit der Integration von Klimaeffekten und anderen Umweltfaktoren sowie komplexen Räuber-Beute-Beziehungen in die Bestands- und Prognosemodelle. Diese ökosystem- bezogenen Modelle, die wir gemeinsam mit unseren ICES Kollegen erarbeiten, bilden die Grundlage für den Ökosystemansatz im Fischereimanagement. Weil die Daten dafür nicht immer mit konventionellen Beprobungsverfahren zu  beschaffen sind, forschen wir in Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen des Instituts sowie externen Partnern aus  Forschung und Industrie auch an der Entwicklung neuer Datenerfassungmethoden für Fischbestände und marine Ökosysteme.

Projekte

Netzmaterial. (© Thünen-Institut/C. Waitkus)