Angelfischerei auf Lachs und Meerforelle

Projekt

 (c) Thuenen-Institut / Marc-Simon Weltersbach

DCF (Data Collection Framework): Erhebung von Daten der deutschen Freizeitfischerei (Angelfischerei) auf Lachs und Meerforelle in der Ostsee im Rahmen des Datenerhebungsprogramms der EU

Bisher wurden in Europa die Auswirkungen der Freizeitfischerei – insbesondere mit der Angel – auf marine Fischbestände häufig unterschätzt. Mittlerweile belegen verschiedene Studien, dass die Fänge auch bei einigen marinen und diadromen Fischarten in Europa beachtlich sind. In Deutschland betrifft dies insbesondere die Freizeitfischerei auf den Atlantischen Lachs (Salmo salar L.) und die Meerforelle (Salmo trutta trutta L.) in der Ostsee.

Hintergrund und Zielsetzung

Da die Fänge aus der Freizeitfischerei  – zum Beispiel für den Dorsch der westlichen Ostsee – nicht zu vernachlässigen sind, sollten sie in das Bestandsmanagement integriert werden. Über den Umfang und die Auswirkungen der Freizeitfischerei existieren allerdings bisher für viele Fischarten bzw. -bestände zu wenig Informationen. In Deutschland betrifft dies insbesondere die Freizeitfischerei auf den Atlantischen Lachs (Salmo salar L.) und die Meerforelle (Salmo trutta trutta L.) in der Ostsee. Erhebungen anderer Ostseeanrainer zeigen, dass die Lachs- und Meerforellenentnahmen durch Freizeitfischer erheblich sein können und in einigen Fällen die Entnahmen der kommerziellen Fischerei übersteigen. Gleichzeitig ist die Situation vieler Lachs- und Meerforellenbestände in der Ostsee aufgrund einer Vielzahl von Faktoren (Verschmutzung, Habitatverlust, Fischerei etc.) bedenklich. Es ist daher dringend erforderlich, dass die Entnahmen von Biomasse durch die Freizeitfischerei auch in Deutschland evaluiert und gegebenenfalls in den Bestandsberechnungen einbezogen werden. Ein geeignetes Management sollte für einen Ausgleich der Interessen der Freizeit- und der kommerziellen Fischerei sorgen und die große sozioökonomische Bedeutung der Freizeitfischerei berücksichtigen. Ein weiteres Ziel unserer Studie ist deshalb die Evaluierung der sozialen und ökonomischen Dimension der Angelfischerei auf Lachs und Meerforelle.

Das Projekt soll dazu beitragen, die Genauigkeit der fischereilichen Lachs- und Meerforellen-Biomasseentnahme zu erhöhen und somit das zukünftige Management der Lachs- und Meerforellenbestände in der westlichen Ostsee zu verbessern. Die gewonnenen Erkenntnisse können außerdem als Basis für Managementempfehlungen dienen und sollen dazu beitragen, die Entwicklung einer nachhaltigen Freizeitfischerei auf Lachs und Meerforelle zu fördern.

Vorgehensweise

Um die existierende Wissenslücke zu schließen, begann das Thünen-Institut für Ostseefischerei (OF) 2013, Daten aus der Freizeitfischerei auf Lachs und Meerforelle in den deutschen Ostseegewässern zu erheben. Wir ermitteln den Aufwand und die Einheitsfänge (zum Beispiel Fang pro Angeltag), mit deren Hilfe wir die Entnahmemengen bestimmen können. Außerdem erheben wir verschiedene biologische Daten (zum Beispiel Länge, Gewicht, Alter) und streben ökologische (zum Beispiel Mageninhaltsanalysen) und genetische (Bestandsstrukturanalysen) Untersuchungen an. Mit Hilfe von Fragebögen und Telefonumfragen erfassen wir die soziale und ökonomische Bedeutung der Freizeitfischerei auf Lachs- und Meerforellen für den Ostseeraum.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Europäische Union (EU)
    (international, öffentlich)

Zeitraum

1.2013 - 12.2020

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 0