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Vierter regionaler Workshop gegen Lebensmittelverluste und -abfälle

Stefan Lange und Felicitas Schneider vom Thünen-Institut organisierten den Workshop und nahmen virtuell als Moderatoren teil. (© Michael Welling)

Bereits zum 4. Mal fand im Rahmen der Thünen-koordinierten MACS-G20-Initiative gegen Lebensmittelabfälle ein regionaler Workshop statt. Am 15. Oktober 2020 organisierte das Thünen-Institut gemeinsam mit dem saudischen Ministerium für Umwelt, Wasser und Landwirtschaft (MEWA) eine Veranstaltung für die Länder der Golfregion.

Allen widrigen Umständen zum Trotz wurde der Workshop vom Thünen-Institut in Kooperation mit Saudi-Arabien organisiert, das die G20-Präsidentschaft für das Jahr 2020 inne hat. Aufgrund der bestehenden weltweiten Reisebeschränkungen und zur Gewährleistung der Gesundheit der Teilnehmer wurde der Workshop in einem coronagerechten Format abgehalten. Einige der saudischen Teilnehmer trafen sich in Riyadh, während sich alle anderen internationalen Teilnehmer virtuell zuschalteten. Der Workshop ist Teil der Thünen-koordinierten Collaboration Initiative Food Losses and Waste des „Meeting of Agricultural Chief Scientists of G20 States“ (MACS-G20). Im Juni 2017 wurden Experten aus den G20-Ländern nach Berlin eingeladen, da Deutschland den Vorsitz der G20 innehatte. Im November 2018 wurde der „Regional Dialogue on Food Loss and Waste: Latin American solutions and initiatives” in Buenos Aires (Argentinien) abgehalten. In Tokyo (Japan) trafen sich Experten zum "International Workshop on Food Loss and Waste Prevention targeting Southeast and East Asian region” im Oktober 2019.

Als Hybridveranstaltung wurde der Workshop zeitlich von zwei auf einen halben Tag verkürzt. Am 15. Oktober 2020 diskutierten rund 65 Teilnehmer für die Golfregion besonders wichtige Themen zur Vermeidung von Lebensmittelabfall. Besondere Schwerpunkte lagen auf dem Zusammenhang zwischen Ernährungssicherheit und Lebensmittelabfall, Geschäftsmodellen zur Vermeidung, dem Beitrag von Haushalten zu diesem Thema und der Rolle einer durchgehenden Kühlkette und verlässlichen Infrastruktur. Anlassbezogen berichteten die Teilnehmer auch über die Auswirkungen der Covid 19-Pandemie auf die Lebensmittelversorgungskette in ihren Ländern und die ergriffenen Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung und Vermeidung ungenützter Überschüsse.

Besonders hervorgehoben wurden die kulturellen Besonderheiten der Region, z.B. das gemeinsame Feiern großer Feste, welche zu überdurchschnittlich hohen Mengen an überschüssigen Lebensmitteln führen. Neben technischen Lösungen gegen die besonderen Herausforderungen durch das regionalspezifische Klima wurden daher vor allem bewusstseinsbildende Maßnahmen für alle Akteure gefordert. Das Gastgeberland Saudi-Arabien ist das einzige in der Golfregion, das bereits 2019 eine Baseline (nur Englisch) zum Aufkommen an Lebensmittelabfällen veröffentlicht hat. Andere Länder der Region wollen diesem Beispiel nun folgen und von der saudischen Expertise profitieren.

Die Teilnehmer aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Libanon, Ägypten, Bahrain und Deutschland sowie dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) repräsentierten Wissenschaft, Unternehmen, Interessensvertretungen und Behörden. Ziel des Workshops war die Impulsgebung für die Gründung regionaler Netzwerke und die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette zum künftigen Monitoring von Lebensmittelabfällen und der Umsetzung von Vermeidungsmaßnahmen.

Nähere Information zum Workshop finden Sie hier in englischer Sprache.

Der nächste regionale Workshop zu Lebensmittelverlusten und -abfällen ist 2021 in Kooperation mit Italien geplant.


Ansprechpartner:

Stefan Lange , Thünen-Forschungskoordinator

Felicitas Schneider , Thünen-Institut für Marktanalyse