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Aktuelles

Erfahrungsaustausch zu Lebensmittelverlusten und -abfällen im Mittelmeerraum

Aktuell

In Kooperation mit Italien hat der 5. Regionalworkshop im Rahmen der Thünen-koordinierten MACS-G20-Initiative gegen Lebensmittelabfälle online stattgefunden.

Gruppenbild während des virtuellen Treffens. (© Benjamin Golub)

Nach einem hybriden Format im Jahr 2020 in Kooperation mit Saudi-Arabien wurde der diesjährige Regionalworkshop zum Thema Lebensmittelverluste und -abfälle komplett virtuell organisiert. Der Workshop ist Teil der Thünen-koordinierten Collaboration Initiative Food Losses and Waste des „Meeting of Agricultural Chief Scientists of G20 States“ (MACS-G20). Im Juni 2017 wurden Experten aus den G20-Ländern nach Berlin eingeladen, da Deutschland den Vorsitz der G20 innehatte. Im November 2018 wurde der „Regional Dialogue on Food Loss and Waste: Latin American solutions and initiatives” in Buenos Aires (Argentinien) abgehalten. In Tokyo (Japan) trafen sich Experten zum "International Workshop on Food Loss and Waste Prevention targeting Southeast and East Asian region” im Oktober 2019.

Aufgrund des G20-Vorsitzes haben wir unsere Kooperationspartner für die Organisation der Veranstaltung 2021 hauptsächlich in Italien gesucht, wobei die Zielregion für die Reichweite auf alle Mittelmeerländer ausgeweitet wurde. Unsere bewährte Kooperation mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) sowie dem Umweltprogramm (UNEP) der Vereinten Nationen wurde mit engagierten Kolleginnen der Universität Bologna (Italien), der Universität Tuscia (Italien) und dem Beratungsunternehmen RSC talent aus Spanien ergänzt.

Ziel des Workshops war neben der Netzwerkbildung in der Region auch, gemeinsame Herausforderungen und gute Beispiele aus der Praxis zu identifizieren. Am 4. November 2021 diskutierten insgesamt 90 Teilnehmer aus 27 Ländern zu den vorab ausgewählten Schwerpunkten Verluste in der Primärproduktion, Lebensmittelabfälle aus dem Tourismus sowie Bildungsangebote für verschiedene Zielgruppen. Die Anwesenden repräsentierten Ministerien, Universitäten und andere private und öffentliche Forschungseinrichtungen, soziale Einrichtungen, internationale Organisationen, Berater, Abfallwirtschaftsunternehmen, regionale Behörden sowie Lebensmittelunternehmen.

Wegen des coronabedingten Online-Formats musste leider auf eine fachspezifische Exkursion verzichtet werden. Dennoch legten wir wie gewohnt besonderen Wert auf eine aktive Diskussion zwischen den Teilnehmern, um den Erfahrungsaustausch zu fördern.

Jeder der drei Schwerpunkte wurde mit drei kurzen Impulsreferaten aus den verschiedenen Regionen des Mittelmeers eingeleitet. Mit Beispielen aus Spanien und Nordafrika stellten die Sprecherinnen und Sprecher im ersten Teil messbare wirtschaftliche, soziale und ökologische Auswirkungen vor, die mit der Reduzierung von Lebensmittelverlusten in der Landwirtschaft erreicht werden konnten. Im zweiten Teil ging es zunächst darum, wie Überschüsse von Kreuzfahrtschiffen für sozial Bedürftige genutzt werden können. Danach berichtete eine Vertreterin aus Griechenland von ihren Erfahrungen mit der Umwandlung von Tourismusabfällen in Tierfutter. Den Abschluss des thematischen Schwerpunktes Tourismus bildete die Messung von Lebensmittelabfällen in All-inclusive-Hotelanlagen in der Türkei.

Zu Beginn des dritten Workshop-Teils wurde über Lehr- und Lernunterlagen für Schulen der „Do Good: Save Food!“-Kampagne informiert. Ein tunesischer Beitrag erläuterte, wie eine Online-Kampagne gegen Lebensmittelabfälle in der Universitätskantine von Gästen wahrgenommen wurde. Und schließlich ging es auch noch um die Vermeidung von Brotabfällen und ihre Verwertung zu Tierfutter – Schwerpunkt einer bewusstseinsbildenden Kampagne für Haushalte und Unternehmen aus den palästinensischen Autonomiegebieten.

In den jeweils anschließenden Kleingruppen brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigene Expertise zu ausgewählten Leitfragen ein. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge.

Nähere Information zum Workshop und seinen Ergebnissen finden Sie hier in englischer Sprache.

Der nächste Regionalworkshop zu Lebensmittelverlusten und -abfällen ist 2022 in Kooperation mit Indonesien geplant.

 

Ansprechpartner:

Stefan Lange , Thünen-Forschungskoordinator
Felicitas Schneider , Thünen-Institut für Marktanalyse