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Gemeinsam gegen Lebensmittelabfälle in Lateinamerika und der Karibik

Sara Granados und Regionaldirektor Julio Berdegué (beide FAO Latein Amerika und Karibik, links) trafen Thünen-Forschungskoordinator Stefan Lange und Felicitas Schneider (Koordinatorin MACS-G20 Collaboration Initiative Food Losses and Wastes) in Buenos Aires/Argentinien. (© FAOALC)

Eine der zahlreichen Aktivitäten im Rahmen der Thünen-koordinierten MACS-G20-Initiative gegen Lebensmittelabfälle ist eine jährliche Arbeitstagung zum Thema. Ende November 2018 organisierte das Thünen-Institut gemeinsam mit lokalen Partnern einen Workshop in Buenos Aires und nutzte dabei auch die Gelegenheit, um eine langfristige Kooperation mit der FAO zu besprechen.

 

Seit 2017 organisiert das Thünen-Institut jährlich einen internationalen Workshop zum Thema „Vermeidung von Lebensmittelabfällen“. Diese Aktivität ist Teil der Thünen-koordinierten Collaboration Initiative Food Losses and Waste des „Meeting of Agricultural Chief Scientists of G20 States“ (MACS-G20). Im Juni 2017 wurden Experten aus den G20-Ländern nach Berlin eingeladen, da Deutschland den Vorsitz der G20 innehatte. Auch in den folgenden Jahren sollen diese Veranstaltungen als Kooperation zwischen Thünen-Institut mit den jeweiligen G20-Präsidentschaftsländern ausgerichtet werden. Am 20. und 21. November 2018 war es nun für das laufende Jahr soweit: Im Rahmen der FAO-Konferenz „Week of Agriculture and Food“ organisierte das Thünen-Institut in Buenos Aires (Argentinien) zusammen mit der FAO Latin America and The Caribbean, der FAO Argentina, dem argentinischen Secretary of Agroindustry sowie dem argentinischen Institut für Agrartechnologie (INTA) den „Regional Dialogue on Food Loss and Waste: Latin American solutions and initiatives

Der Workshop war in Plenarsitzungen und mehrere Phasen mit Gruppenarbeiten unterteilt. Die 50 zur Verfügung stehenden Plätze waren voll belegt. Teilnehmer aus insgesamt 11 Ländern der Region konnten ihre positiven Erfahrungen austauschen und gemeinsam Lösungsansätze für bestehende Probleme oder Mängel diskutieren. Am Ende bekundeten alle Veranstalter des Workshops sowie Vertreter der Interamerican Development Bank, des Consumer Goods Forums und des Global Food Banking Network mit ihrer Unterschrift unter dem Call for Action ihre Bereitschaft zur künftigen verstärkten Zusammenarbeit und Unterstützung der Vermeidungsaktivitäten in der Region.

Parallel zur Veranstaltung lud der Regionaldirektor der Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) für Lateinamerika und die karibischen Staaten, Herr Julio Berdegué, unseren Forschungskoordinator Stefan Lange sowie die Koordinatorin der MACS-G20 Initiative, Felicitas Schneider, zum Gespräch. Beide Seiten begrüßten die gelungene Zusammenarbeit bei der Organisation des diesjährigen Workshops in Buenos Aires und brachten zusätzliche Ideen für künftige Kooperationen ein. So sollen vor allem jene Länder bei der Umsetzung von konkreten Maßnahmen unterstützt werden, die im nationalen Diskussionsprozess schon weiter fortgeschritten sind. Diese Vorgehensweise soll in der Praxis schnell sichtbare Erfolge garantieren, die für andere Länder als Anreiz und Vorbild verwendet werden können.

Im Anschluss an den Workshop besuchten unsere Mitarbeiter noch die Food Bank in Buenos Aires. Unternehmen spenden überschüssige Lebensmittel, die nicht vermarktet werden können, an die Food Bank, die sie an soziale Einrichtungen weitergibt. Mit diesem Modell werden jährlich nicht nur rund 4.400 Tonnen an einwandfreien Lebensmitteln vor dem Wegwerfen bewahrt, sondern derzeit rund 100.000 Menschen in prekärer Lebenssituation unterstützt. Während die im Mai 2018 von Felicitas Schneider und Stefan Lange besuchten argentinischen Food Banks in Santiago del Estero und Tucumán Obst und Gemüse vom Großmarkt abholen, sortieren und weitergeben, stellt die wesentlich größere Food Bank in Buenos Aires einen direkten Kontakt zwischen Spendern und sozialen Einrichtungen her. So muss das meist überreife Obst und Gemüse keinen Umweg über das Lager der Food Bank nehmen, sondern gelangt auf schnellstem Weg zu den Verbrauchern. Der nächste Workshop zu Lebensmittelverlusten und -abfällen ist 2019 in Kooperation mit japanischen Partnern geplant. Zielgruppe sind dann Teilnehmer aus Südostasien.


Andrés Murchison, Staatssekretär für Lebensmittel und Bioökonomie, heißt die Teilnehmer des Workshops in Buenos Aires willkommen. (© FAOALC) Stefan Lange berichtet über die internationalen Thünen-Aktivitäten im Bereich Vermeidung von Lebensmittelabfällen (© Felicitas Schneider) Die Teilnehmer des Workshops repräsentierten 11 lateinamerikanische und karibische Länder. (© FAOALC) Mercedes Nimo (Secretary of Agroindustry), German Sturzenegger (Interamerican Development Bank), Kathleen Machado (Ministério do Desenvolvimento Social Brazil), Erika Rodriguez (Consumer Goods Forum), José Saavedra (Unidad Alimentaria de Montevideo) und Marco Sanchez Cantillo (FAO Rome) stellen sich den Fragen der Teilnehmer. (© Felicitas Schneider) Laura Brenes von Save Food Costa Rica moderiert eine der Arbeitsgruppen innerhalb des Workshops. (© Felicitas Schneider) Eine Arbeitsgruppe diskutiert unter der Leitung von Ady Beitler von der NGO Nilus und Murillo Freire von der brasilianischen Landwirtschaftsforschung (EMBRAPA, Brasilien). (© Felicitas Schneider) Carla Martin Bonito von der Vereinigung der Lebensmittelindustrie (COPAL, Argentinien) und Gustavo Porpino von der brasilianischen Landwirtschaftsforschung (EMBRAPA, Brasilien) stellen die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe vor. (© Felicitas Schneider) Michely Vega León vom kubanischen Landwirtschaftsministerium (INIFAT) erklärt dem Plenum die Überlegungen ihrer Arbeitsgruppe. (© Felicitas Schneider) Vor der Unterzeichnung durch die Organisatoren und anderer Organisationen wird der Call for Action durch Mercedes Nimo (Secretary of Agroindustry) verlesen. (© FAOALC) Regionaldirektor Julio Berdegué der FAO Lateinamerika und Karibik betont die Bedeutung gemeinsamer Maßnahmen gegen Lebensmittelabfälle bevor er den Call for Action als Erster unterzeichnet. (© Felicitas Schneider) Eine frische Anlieferung von überschüssigen Lebensmitteln bei der Food Bank in Buenos Aires. (© Felicitas Schneider) Blitzsaubere Arbeitstische stehen in der Food Bank in Buenos Aires für die Sortierung von überschüssigen Lebensmitteln bereit. Waagen garantieren eine lückenlose Dokumentation der abgepackten und weitergegebenen Mengen. (© Felicitas Schneider) Das Lagerhaus der Food Bank in Buenos Aires gewährleistet die Weitergabe von einwandfreien Lebensmitteln an Bedürftige. (© Felicitas Schneider)

Ansprechpartner:

Stefan Lange , Thünen-Forschungskoordinator

Felicitas Schneider , Thünen-Institut für Marktanalyse