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Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel

Projekt

Dorfgaststätte mit Solarpanelen (c) Thünen-Institut/Ulrike Hochgesand
Zeichen des Wandels: Alte Dorfgaststätte mit Solarpanelen (© Thünen-Institut/Ulrike Hochgesand)

Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel 1952, 1972, 1993 und 2012

"Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel" untersucht die Alltagswelt und die Entwicklung in 14 Dörfern und deren Umland in Deutschland - und das bereits seit 1952. Anfänglich auf 10 westdeutsche Dörfer bezogen, wurde die Studie 1992 um vier ostdeutsche Dörfer erweitert. Die 2012 begonnene Studie wird im Verbund von insgesamt sieben Forschungseinrichtungen durchgeführt und vom Thünen-Institut für Ländliche Räume koordiniert.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Studie "Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel" entstand ursprünglich aus der Sorge vor der „Landflucht“ im Nachkriegsdeutschland und konnte daraufhin alle 20 Jahre wiederholt werden. Im Laufe der Zeit entstand eine einzigartige periodische Studie, die mittlerweile Daten aus über 60 Jahren umfasst. Ausgehend von den 14 Untersuchungsdörfern wurde die Studie mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit der Untersuchung um zusätzliche Orte erweitert. Heute werden Bischoffingen und Kusterdingen in Baden-Württemberg, Bockholte, Elliehausen, Groß Schneen in Niedersachsen, Falkenberg und Gerhardshofen in Bayern, Finneland in Sachsen-Anhalt, Freienseen in Hessen, Glasow und Krackow in Mecklenburg-Vorpommern, Ralbitz-Rosenthal in Sachen, Spessart in Rheinland-Pfalz, Westrup in Nordrhein-Westfalen sowie Badingen, Burgwall, Marienthal, Mildenberg, Ribbeck und Zabelsdorf in Brandenburg untersucht.  Die inzwischen vierte Erhebungswelle betrachtet aktuelle Fragestellungen, die die Entwicklung des ländlichen Raums in seiner Vielfalt betreffen, und will diese Erkenntnisse auch in die langfristige Entwicklung der letzten Jahrzehnte einbetten. Somit ermöglicht die Studie die Ableitung auf die jeweiligen Verhältnisse zugeschnittener Politikoptionen und kann aufzeigen, wie unterschiedlich und vielschichtig die Entwicklung in Ländlichen Räumen tatsächlich ist.

Vorgehensweise

Die beteiligten Institute untersuchen jeweils eine spezifische Fragestellungen - die Situation von Kindern in Dörfern, die Wohnsituation, die Landschaftswahrnehmung, die Verbreitung von Informations- und Kommunikationsmedien im Ländlichen Raum, die Erwerbschancen von Frauen und das Alltagshandeln der Menschen sowie die lokalen Pflegestrukturen, und die Handlungsspielräume lokaler Politik. Darüber hinaus erstellt das Thünen-Institut für Ländliche Räume einen umfassenden Bericht zur Entwicklung Ländlicher Lebensverhältnisse über die 14 untersuchten Dörfer hinweg.

Daten und Methoden

Die Analysen stützen sich auf qualitative (Gruppendiskussionen, Experteninterviews, narrative Interviews) und quantitative Interviews (Einwohnerbefragung, N= 3177).

Ergebnisse

Die vielfältigen Ergebnisse zeigen räumlich unterschiedliche sozio-ökonomische Wandlungsprozesse. Die Ergebnisse sind in dem Dossier „Typisch ist das Untypische: Dörfer in Deutschland“ zusammenfassend dargestellt.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

7.2012 - 12.2015

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

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  1. Tuitjer G (2019) "Aber dann, mit Familie, ist einfach das Dorfleben viel, viel besser". Lokale Geschlechterarrangements und räumliche Praktiken. Ländliche Räume Beitr Lokalen Regionalen Entwickl 5:91-104
  2. Becker H, Tuitjer G (2019) 60 Jahre "Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel" - wie eine Langzeitstudie entsteht. Ländliche Räume Beitr Lokalen Regionalen Entwickl 5:79-89
  3. Tuitjer G, Steinführer A (2019) The scientific construction of the village. Framing and practicing rural research in a trend study in Germany, 1952–2015. J Rural Studies:in Press, DOI:10.1016/j.jrurstud.2019.12.006
  4. Tuitjer G (2018) A house of one's own - The Eigenheim within rural women's biographies. J Rural Studies 62:156-163, DOI:10.1016/j.jrurstud.2018.08.002
  5. Tuitjer G (2016) "Mütter müssen hier nicht arbeiten" - lokale Geschlechterarrangements zwischen Wandel und Kontinuität. Gender SH 4:124-142

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