Lebensmittelabfälle reduzieren (REFOWAS)

Projekt

Lebensmittel (Tomaten) (c) Rainer Sturm_pixelio.de
Lebensmittel (Tomaten) (© Rainer Sturm_pixelio.de)

Pathways to reduce food waste (REFOWAS)

Maßnahmen, Bewertungsrahmen und Analysewerkzeuge sowie zukunftsfähige Ansätze für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln unter Einbindung sozio-ökologischer Innovationen

Produktion und Konsum von Lebensmitteln wirken sich auf die Umwelt aus; wir fragen speziell nach der Bedeutung von Lebensmittelabfällen in diesem Zusammenhang.

Dazu analysieren wir den gesamten Agrar-und Ernährungssektor entlang der Wertschöpfungsketten. Lebensmittelabfälle könnten oftmals relativ einfach vermieden werden. In verschiedenen Fallstudien untersuchen wir Schwerpunkte und Gründe der Abfallentstehung genauer und erkunden verschiedene Wege, die Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Hintergrund und Zielsetzung

Ließen sich Lebensmittelabfälle reduzieren, trüge das dazu bei, Ressourcenverbrauch und Emissionen zu senken. Die Thematik beschäftigt die Öffentlichkeit seit einigen Jahren immer stärker. Bisher gibt es jedoch keine verlässlichen Daten über die Menge der Lebensmittelabfälle. Wichtig für die Bewertung ist ferner die Information, warum Abfälle entstehen, welcher Anteil dieser Abfälle durch unterschiedliche Maßnahmen vermieden werden kann und welche Kosten hiermit verbunden sind.

Ziel des Projektes ist es, insbesondere den Anteil an vermeidbaren Abfällen zu analysieren und zu quantifizieren sowie Strategien und Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Abfallvermeidung bzw. -reduzierung zu identifizieren. Anhand von drei Fallbeispielen zu Bäckereien, Gemüse- und Obstbau sowie Schulverpflegung untersuchen wir Hemmnisse und Handlungsoptionen in der Praxis.

Auf Basis der Ergebnisse wollen wir Möglichkeiten identifizieren und bewerten, wie Lebensmittelabfälle vermieden werden können. Wir werden relevante Akteure einbeziehen und mit ihnen hierzu Strategien und mögliche Maßnahmen erarbeiten und diskutieren.

Vorgehensweise

Im Projekt werden zwei Betrachtungsebenen verknüpft. Zum einen wird a) eine ganzheitliche, sektorale Analyse des Gesamtsystems durchgeführt, zum anderen werden b) verschiedene Teilbereiche in der Praxis anhand von Fallstudien detaillierter untersucht. Auf dieser Grundlage werden Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Abfallvermeidung bzw. -reduzierung identifiziert und praktisch erprobt.

Daten und Methoden

Die umfassende Analyse des Agrar- und Ernährungssektors baut auf verschiedenen Vorarbeiten der Projekt-Partner im Bereich der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR), den Abfallstatistiken und Analysen des Verbraucherverhaltens auf. Weitere Daten stammen u.a. vom Statistischen Bundesamt, aus der Nationalen Verzehrsstudie und dem Nationalen Ernährungsmonitoring sowie aus der Literatur. Die Umweltwirkungen entlang der Wertschöpfungskette ermitteln wir auf Basis von ökobilanziellen Ansätzen.

In den Fallstudien erfassen und bewerten wir Abfallmengen mit Hilfe des sogenannten ´ResourceManagers´ der Uni Stuttgart.

Im Bereich Obst und Gemüse werden wichtige Wertschöpfungsketten in Fallstudien genauer analysiert. Bei der Auswahl der Obst- bzw. Gemüsearten spielen die Bedeutung des Anbaus sowie die Lagerfähigkeit der Produkte eine Rolle. In Experteninterviews wollen wir Erzeuger von Obst und Gemüse, den Erfassungs- und Großhandel, die Verarbeitungsindustrie und den Lebensmitteleinzelhandel befragen.

Um Handlungsoptionen zu erkennen, analysieren wir verschiedene Szenarien. Diese Handlungsoptionen werden auf Stakeholderworkshops diskutiert.

Vorläufige Ergebnisse

Unsere Analysen des Gesamtsystems zielen nicht nur auf wissenschaftliche Erkenntnis und die Politikberatung, sie sollen auch als Grundlage für die Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft relevant werden:

  • Gründe für die Entstehung von Lebensmittelverlusten
  • Quantitativer Überblick über die Lebensmittelwertschöpfungsketten und Abfälle/Verluste
  • Ökobilanzen mit Ressourcenansprüchen und Umweltwirkungen
  • Geeignete, teilweise neu entwickelte Methoden zur Ableitung und Bewertung von Handlungsoptionen
  • Identifizierung von Ansatzstellen für Maßnahmen zum Vermeiden von Lebensmittelabfall
  • Stakeholderfeedback zu Ursachen und Maßnahmen

INdem wir die Erkenntnisse aus der Systemanalyse (Teil a) und aus der Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren in den Fallstudien (Teil b) zusammenführen, wollen wir Empfehlungen ableiten und in die Praxis umsetzen. Hierunter fallen folgende Ergebnisse:

  • Konzepte und Handlungsoptionen zum Vermeiden von Lebensmittelabfällen (in den Bereichen Obst und Gemüse, Backwaren, Schulverpflegung und Konsumverhalten)
  • Einrichtung einer Kommunikations- und Informationsplattform mit Informationsmaterialien (Flyer, Plakate, Unterrichtsmaterialien und –module, Leitfäden für die Schulverpflegung)

Links und Downloads

www.refowas.de

Interview mit Kathrin Klockgether zu Abfällen bei der Produktion von Möhren hier

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

6.2015 - 12.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 01UT1420A
Projektstatus: läuft