Fischereimanagement in Natura 2000 Gebieten

Projekt

Natura2000-Gebiete in der Allgemeinen Wirtschaftszone (AWZ) (c) Thuenen-Institut / Nakula Plantener
Natura2000-Gebiete in der Allgemeinen Wirtschaftszone (AWZ) (© Thuenen-Institut / Nakula Plantener)

Erarbeitung von Fischereimanagement-Maßnahmen in geschützten Meeresgebieten der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee nach NATURA 2000

Wie soll die Fischerei in Natura 2000-Gebieten geregelt werden? Zusammen mit dem Thünen-Institut für Seefischerei und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) haben wir dafür Vorschläge erarbeitet.

Hintergrund und Zielsetzung

Mit Inkrafttreten der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie, vom 21. Mai 1992, 92/43/EWG) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen im Jahr 1992 verpflichteten sich die Mitgliedsstaaten der EU, ein zusammenhängendes Netzwerk von Schutzgebieten zu schaffen. Diese FFH-Schutzgebiete bilden zusammen mit den Schutzgebieten der europäischen Vogelschutzrichtlinie (vom 2. April 1979, 79/409/EWG) das Schutzgebiets-Netzwerk Natura 2000. In der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee umfasst die Gebietskulisse zehn Natura 2000-Gebiete, die im Mai 2004 von Deutschland an die Europäische Kommission gemeldet worden sind. Sie umfassen ca. 31% der Fläche der deutschen AWZ.
Deutschland hat die Verpflichtung, nach der Aufnahme dieser Gebiete in die Gemeinschaftsliste der EU-Kommission im Jahr 2007 so schnell wie möglich, jedoch spätestens nach sechs Jahren, also bis Ende 2013 Managementpläne zu erarbeiten, um die dort zu schützenden Arten und Lebensräume zu bewahren oder wiederherzustellen.
Auf der Grundlage der Ergebnisse eines dreijährigen Projektes (EMPAS) hat das wissenschaftliche Beratungsgremium des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) Empfehlungen für die Entwicklung fischereilicher Maßnahmen zum Erreichen der Schutzziele in diesen marinen Natura 2000-Gebieten erarbeitet.
2010 hat die Bundesregierung die Thünen-Institute für Seefischerei und Ostseefischerei sowie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) damit beauftragt, in einer Arbeitsgruppe gemeinsam Vorschläge für Maßnahmen zum Fischereimanagement zu erarbeiten, die die Vorgaben der FFH- und Vogelschutz-Richtlinien in den Natura 2000-Gebieten der deutschen AWZ umsetzen.

Vorgehensweise

Für jedes einzelne Natura 2000-Gebiet haben wir Vorschläge für fischereiliche Maßnahmen entwickelt, die aus fachlicher Sicht geeignet erscheinen, die Erreichung der Ziele der FFH- und Vogelschutz-Richtlinien in der deutschen AWZ zu gewährleisten.

Daten und Methoden

Unsere Arbeitsgruppe hat die aktuellen Daten über den Erhaltungszustand und die Gefährdung der Schutzgüter in den ausgewiesenen marinen Natura 2000-Gebieten ermittelt. Dabei haben wir die Schutzziele von FFH- und Vogelschutz-Richtlinie berücksichtigt. Gleichzeitig haben wir auf der Basis der aktuellsten verfügbaren Daten zu den Fischereiaktivitäten verschiedene Szenarien nationaler und internationaler Flottensegmente in den marinen Natura 2000-Gebieten erstellt, um Managementmaßnahmen und ihre möglichen Auswirkungen auf die Fischerei beurteilen zu können.
Für die Ostsee stand ein Datensatz, der auch die Untersuchung von Aufwand und Anlandungen der Flotten anderer EU-Mitgliedsstaaten erlaubte, nur aus dem Jahr 2006 zur Verfügung. Für die Nordsee dagegen waren dank eines jüngeren Projekts (Untersuchung in der Schollenbox) aus dem Jahr 2009 auch aktuellere Daten verfügbar.

Ergebnisse

Als Arbeitsgruppe von BfN und Thünen-Institut haben wir angestrebt, Maßnahmen fachlich begründet und möglichst auch im Konsens vorzuschlagen. Wir wollten so einerseits eine ausreichende Umsetzung der Habitat- und Vogelschutzrichtlinie sicherstellen. Andererseits wollten wir die sozioökonomischen Auswirkungen der Maßnahmen auf die Fischerei auf das notwendige Minimum reduzieren. In  Fällen, in denen wir innerhalb unserer Arbeitsgruppe keinen gemeinsamen Vorschlag unterstützen konnten, schlugen wir mehrere Optionen fischereilicher Maßnahmen vor.
Das vorliegende Dokument verstehen wir als ersten Entwurf für fischereiliche Managementmaßnahmen in den deutschen Natura 2000-Gebieten. Die Maßnahmen muss schließlich die Bundesregierung festlegen.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

1.2009 - 12.2013

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen