Die Rolle der Wälder in Emissionsreduktionszielen (INDC) relevanter Entwicklungsländer für post 2020

Projekt

 (c) Thomas Baldauf

Analyse des Landnutzungssektors in den INDCs relevanter Non-Annex I-Länder für Paris 2015

Die Staatengemeinschaft hat sich vorgenommen 2015 in Paris ein globales Klimaabkommen zu verabschieden, welches ab 2020 in Kraft treten und alle Mitgliedstaaten zu verbindlichen Emissionsreduktionen verpflichten soll. Im Vorlauf der Verhandlungen werden von den Staaten nationale Emissionsreduktionsbeiträge für post 2020 eingereicht, die sogenannten Intended Nationally Determined Contributions (INDC). Im Sinne des §14 des Lima Call for Climate Action sollen die INDCs unter anderem auch Auskunft darüber geben, ob und auf welche Weise Kohlenstoffeinbindungen im Landnutzungssektor berücksichtigt werden.

Hintergrund und Zielsetzung

Da sich die Staatengemeinschaft bisher nicht auf verbindliche Anrechnungsregeln unter einem neuen gemeinsamen Klimaabkommen einigen konnte, haben die Länder derzeit alle Freiheiten bei der Ausgestaltung ihrer Reduktionziele. Insbesondere der potentielle Beitrag des Landnutzungssektors, der je nach Management und natürlichen Voraussetzungen als Treibhausgasquelle oder -senke fungieren kann, stellt eine Unsicherheit hinsichtlich der über alle Staaten akkumulierten Emissionsreduktionsziele dar.

Zielgruppe

Die Analysen richten sich an deutsche und europäische Verhandlungsexperten für den Landnutzungssektor. Des Weiteren werden die Ergebnisse in Form eines TI-Working Papers der interessierten Öffentlöichkeit zur Verfügung gestellt.

Vorgehensweise

Auswertung der INDCs anhand eines Templates

Ergebnisse

Mit unseren Analysen relevanter Non-Annex I-Länder für den Landnutzungssektor haben wir die (potentielle) Rolle von Wäldern für die jeweiligen nationalen Reduktionsziele kritisch hinterfragt. Es hat sich gezeigt, dass die untersuchten Länder die Freiheiten hinsichtlich der Anrechnung genutzt haben, und im bestehenden Rahmen unterschiedlichste Ansätze ausgewählt haben. Diese Vielfalt geht auf Kosten von Transparenz, Vollständigkeit und Vergleichbarkeit der Angaben und erschwert die Bewertung von Ambitionsniveau und Fairness. Nach den Analysen sind zum Teil grundsätzliche Fragen zu Emissionsdaten und zu Annahmen zukünftiger Emissionsentwicklungen weiterhin offen. Dies zeigt, dass eine unabhängige Überprüfung der INDC-Datenlage durch UNFCCC-Experten unbedingt notwendig ist, um die Qualität der Reduktionsziele und der weiteren Verhandlungen zu einem globalen Klimaregime zu gewährleisten. Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt die Berücksichtigung des Landnutzungssektors in einem zukünftigen Klimaregime eine Quelle für Unsicherheiten.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Geldgeber

  • Umweltbundesamt (UBA)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

3.2015 - 8.2015

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Hargita Y, Rüter S (2015) Analysis of the land use sector in INDCs of relevant Non-Annex I parties. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 82 p, Thünen Working Paper 50, DOI:10.3220/WP1447228551000
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