5-Länder-Evaluierung: Was bringt die Förderung der ländlichen Entwicklung für die Landwirtschaft, die Umwelt und die Lebensqualität in ländlichen Räumen?

Projekt

Biodiversiät auf Ackerflächen gefördert durch ländliche Entwicklungsprogramme (c) Thünen-Institut/Manfred Bathke
Die Feuerlilie (Lilium bulbiferum) sorgt für Farbenvielfalt auf dem Acker. (© Thünen-Institut/Manfred Bathke)

Laufende Begleitung und Bewertung der Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums der Länder Hessen, Niedersachsen/Bremen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in der Förderperiode 2014-2020

Gemeinsam mit dem Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, dem Thünen-Institut für Waldwirtschaft und Forstökonomie und dem Ingenieurbüro entera bewertet das Thünen-Institut für Ländliche Räume in einem interdisziplinären Team ländliche Entwicklungsprogramme und -maßnahmen.

Hintergrund und Zielsetzung

Eine systematische Evaluation ist verpflichtend für EU-kofinanzierte ländliche Entwicklungsprogramme. Zuständig für die Förderung der ländlichen Entwicklung und daher auch für die Ausschreibung von Evaluationen sind in Deutschland die Bundesländer. Der Rahmen für das Evaluationsdesign ist von der EU vorgegeben und wurde in einem gemeinsamen Prozess von den Ländern und den Evaluatoren und Evaluatorinnen präzisiert und ergänzt.

Die fünf Bundesländer, die die Evaluation ihrer vier Programme gemeinsam ausgeschrieben haben (Niedersachsen und Bremen haben ein gemeinsames Programm) planen den Einsatz von rund 5 Mrd. Euro bis 2020. Das meiste Geld ist für den Umwelt- und Ressourcenschutz vorgesehen, gefolgt von ländlichen Entwicklungsmaßnahmen.

Im Umwelt- und Ressourcenbereich soll ein breites Potpourri an Maßnahmen gefördert werden: Ökolandbau, Zwischenfruchtanbau, Blühstreifen, Biotoppflege, Beratung sowie Kooperationen im Naturschutz.

Ähnlich breit ist auch das Spektrum an Maßnahmen im Bereich der ländlichen Entwicklung. Es reicht von Dorferneuerungsmaßnahmen, Dorfläden, Seniorenwohnanlagen bis hin zur Breitbandinfrastruktur.

Kreisdiagramm: Auf die Prioritäten 4 "Umwelt" und 6 "Ländliche Entwicklung" entfallen die meisten öffentlichen Mittel.
Prozentuale Verteilung der geplanten öffentlichen Mittel 2014 bis 2020 auf Prioritäten in den vier ländlichen Entwicklungsprogrammen: auf die Prioritäten 4 "Umwelt" und 6 "Ländliche Entwicklung" entfallen die meisten öffentlichen Mittel. (© Thünen-Institut)

Zielgruppe

Zielgruppe der Evaluation sind zunächst die an der Förderung der ländlichen Entwicklung beteiligten Ebenen EU, Bund und Land (Programm- und Maßnahmenverantwortlichte), darüber hinaus die Fachöffentlichkeit und die Wissenschaft.

Vorgehensweise

Wir evaluieren die ländlichen Entwicklungsprogramme hinsichtlich ihres Beitrags zu den EU-Prioritäten, den Zielen der Gemeinsamen Agrarpolitik und der EU-2020-Strategie.

Die ELER-Verordnung hat sechs Prioritäten gesetzt, denen die Maßnahmen zugeordnet sind. Mit den meisten Mitteln ausgestattet sind die Priorität 4 "Umwelt" und die Priorität 6 "Ländliche Entwicklung".

Die Evaluation beinhaltet eine Analyse des Vollzugs, der Effektivität, Effizienz und der Wirkungen sowohl auf Ebene der Maßnahmen als auch des Programms an sich.

In den ersten Jahren der Programmumsetzung zielt die Evaluation darauf ab, Vorschläge zur Verbesserung des laufenden Programms zu erarbeiten.

Der Fokus verändert sich gegen Programmende: in einer rückschauenden Analyse betrachten wir die Wirkungen der Maßnahmen. Je nach Fragestellung kommen unterschiedliche Methoden der empirischen Sozialforschung zum Einsatz (qualitativ und quantitativ). Die Ergebnisse werden so aufbereitet, dass sie die Programmverantwortlichen dabei unterstützen, ihre Maßnahmen und Programme zu verbessern.

Das Institut für Ländliche Räume koordiniert den Evaluationsprozess und ist inhaltlich zuständig für Fragen der Programmdurchführung, umweltbezogene Fragestellungen, die Förderung von Humankapital- und Vernetzungsaktivitäten sowie ländliche Entwicklung einschließlich LEADER. Das Institut BW bearbeitet die investive Förderung in der Land- und Ernährungswirtschaft sowie Tierschutzwirkungen. Am Institut WF werden die forstlichen Fördermaßnahmen bearbeitet, während entera für Biodiversitätsaspekte zuständig ist.

Links und Downloads

www.eler-evaluierung.de

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • entera
    (Hannover, Deutschland)

Geldgeber

  • Bundesland Hessen
    (national, öffentlich)
  • Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW)
    (national, öffentlich)
  • Bundesland Niedersachsen
    (national, öffentlich)
  • Bundesland Bremen
    (national, öffentlich)
  • Bundesland Schleswig-Holstein
    (national, öffentlich)
  • Europäische Union (EU)
    (international, öffentlich)

Zeitraum

5.2015 - 12.2024

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Tietz A, Grajewski R (2016) Abschnitt VI : EU-Förderung der ländlichen Entwicklung in Deutschland ab 2014: zwischen Kontinuität und Wandel. In: Karl H, Untiedt G (eds) Handbuch der regionalen Wirtschaftsförderung : 67. Lieferung. Köln: Schmidt, p 43