Modellsteckbrief FARMIS

FARMIS ist ein mathematisches Programmierungsmodell für Betriebsgruppen, das auf Buchführungsabschlüssen des deutschen Testbetriebsnetzes aufbaut. Landwirtschaftliche Aktivitäten werden auf Betriebsebene detailliert abgebildet und projiziert. Dabei wird die Konkurrenz zwischen Betrieben auf wichtigen landwirtschaftlichen Faktormärkten berücksichtigt.

Art

Statisch-komparatives mathematisches Programmierungsmodell  

Hauptanwendungsgebiet

Differenzierung von Politikwirkungen für Betriebe unterschiedlicher Betriebsform, Größe, etc.

Möglichkeiten

Sektoral konsistente Abbildung von Politikwirkungen differenziert nach betrieblichen Charakteristika, die flexibel gewählt werden können; Berücksichtigung der Besitzverhältnisse und Preise für Quoten und Land bei Einkommensabschätzungen  

Grenzen

Strukturwandel derzeit nur exogen fortgeschrieben; keine einzelbetrieblichen Projektionen; Abbildung ganz neuer Produktionsverfahren nur begrenzt möglich  

Typische Anwendungen

Analysen von Veränderungen der GAP (z. B. Luxemburger GAP-Reform; Zuckermarktreform)  

Wichtigste Kooperationspartner

BMEL, FiBL (Schweiz), University of Aberystwyth (UK), Universität Hohenheim, Humboldt-Universität zu Berlin

Besonderheiten

  • Flexibler, modularer Aufbau, der die Verwendung unterschiedlicher Datenbasen erlaubt (derzeit deutsches-, schweizer- und EU-Testbetriebsnetz)
  • Kalibrierung durch positive mathematische Programmierung Hochrechnung der Betriebsgruppenergebnisse zur Sektorebene  

Datenbasis

Hauptdatenbasis sind Buchführungsabschlüsse (Testbetriebsnetz). Das aktuelle Basisjahr baut auf den Buchführungsdaten des deutschen Testbetriebsnetzes für die Wirtschaftsjahre 2009/10, 2010/11 und 2011/12 auf. Aus der Schichtung nach Wirtschaftsregion, Hauptproduktionsrichtung, Bewirtschaftungsform und Größenklassen ergeben sich 646 Betriebsgruppen (darunter 90 Betriebsgruppen zur Abbildung des Ökologischen Landbaus).

Regionen / Länder (EU) / Betriebe

  • Deutschland: Regionalisierung flexibel. Standard Agrarregionsebene
  • EU-Mitgliedsstaaten: derzeit Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Niederlande, Ungarn. Regionalisierung auf FADN-Regionsebene
  • Schweiz: Schichtung nach Produktionszone
  • Differenzierung auch nach betrieblichen Merkmalen (z. B. nach Betriebsform, Größe)  

Sektoren / Produktdifferenzierungen

27 pflanzliche und 22 tierische Produktionsaktivitäten  

Agrarpolitische Instrumente und Institutionen

Produktionsquoten, Direktzahlungen, Entkopplung, Flächenstilllegung; Besatzdichten; Mindestbewirtschaftungsauflagen  

Handel

Quoten, Land, Jungtiere  

Endogene Variablen

Faktorallokation, Angebotsmengen und Einkommen auf betrieblicher und sektoraler Ebene, Preise für Quoten, Land, Jungtiere  

Exogene Variablen

Politikvariablen (z. B. Interventionspreise, Flächenprämien, Quoten), Fortschreibung technischer Koeffizienten  

Software

GAMS

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