Neues aus dem Kompetenzzentrum Holzherkünfte

++20.12.2017++ Marke „1000“ geknackt

Im Jahr 2017 hat das Thünen-Kompetenzzentrum erstmals mehr als 1000 Aufträge zur anatomischen Überprüfung der Holzart erhalten. Der 1000. Prüfauftrag wurde Mitte Dezember bearbeitet. Damit hat sich die Nachfrage äußerst dynamisch entwickelt – bei der Etablierung des Kompetenzzentrums 2013 gab es nur ein Drittel der Anfragen. Nach wie vor kommt ein Großteil der Prüfaufträge aus der Privatwirtschaft (Holzhandelsunternehmen, Discounter, Baumärkte, Möbelbranche etc.). Aber auch Kontrollbehörden und NGOs greifen regelmäßig auf die Expertise des Kompetenzzentrums zurück. Zunehmend kommen auch Anfragen aus dem europäischen Ausland.

++27.11.2017++ Neues Projekt zum Holz-DNA-Barcoding

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert am Thünen-Institut für Forstgenetik in Großhansdorf ein neues Projekt zur genetischen Artbestimmung in fertigen Holzprodukten. Häufig bestehen Holzverbundprodukte, z.B. Spanplatten, aus dem Holz mehrerer Arten. Die DNA des Holzes ist dabei stark degradiert und der Anteil einzelner Arten kann sehr gering sein. Deshalb ist es mit den bisherigen Ansätzen nur schwer möglich, illegal geschlagenes Holz in solchen Produkten nachzuweisen. Um dieses Problem zu lösen, will das Thünen-Institut gemeinsam mit dem Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) in den nächsten drei Jahren neue genetische Marker und praxistaugliche analytische Methoden zum Nachweis einiger Laub- und Nadelbaumgattungen sowie deren Arten, insbesondere in Holzverbundprodukten, entwickeln. Der Fokus soll dabei auf der Unterscheidung von häufig verwendeten Gattungen wie Kiefern, Douglasien und Bangkirai liegen.

++27.09. 2017++ Internationale Besuche

Das Kompetenzzentrum wird auch international immer stärker wahrgenommen. Das zeigte sich einmal mehr an den Besuchergruppen der letzten Wochen. Am 27.09. besuchte eine 15-köpfige Delegation des Malaysian Timber Council (MTC) das Kompetenzzentrum für einen Erfahrungsaustausch. Am 22.09. waren Dr. Mitsuaki Yamagata (Forest Economic Research Institut, Tokyo) und Herr Yuichi Ikuta (Japan Woody Bioenergy Association) aus Japan zu Gast. Hintergrund war das in Japan in diesem Mai in Kraft getretene Gesetz gegen den Handel mit illegal eingeschlagenem Holz. Am 19.09. informierte sich eine Delegation der Chinese State Forestry Administration über die Arbeiten des Kompetenzzentrums im Rahmen eines Meetings der China-Germany Working Group for Forestry.

++22.08.2017++ Holzkohle im Brennpunkt

Passend zur sommerlichen Grillsaison haben zwei deutsche Fernsehsender das Thema Holzkohle aufgegriffen. Das Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte untersuchte im Auftrag des WWF, von Verbraucherschutzorganisationen und Handelsunternehmen verschiedene Grillkohle-Sortimente aus dem deutschen Handel. Der Hintergrund: Die bei uns angebotene Holzkohle wird zum weit überwiegenden Teil importiert; Hauptimportländer sind Polen, Nigeria und Paraguay. In mehreren Proben fanden die Thünen-Experten abweichend von der Deklaration Tropenhölzer. Über die Ergebnisse der Untersuchungen berichteten NDR aktuell, das NDR-Magazin Panorama3 und das ZDF-Magazin frontal 21 nahezu gleichzeitig am 22.08.2017.

++07.-09.06.2017++ Neue CITES-Listungen im Fokus

Drei Tage geballte Information zu den Konsequenzen der neuen CITES-Listungen gab es am Thünen-Kompetenzzentrum in Hamburg. Der mit der Aufnahme in die CITES-Liste verbundene Schutz der gesamten Palisanderarten und von Bubinga stellt vor allem Händler und Hersteller von Musikinstrumenten und hochwertigen Möbeln, aber auch den gesamtem Holzhandel vor Herausforderungen. Am 7. Juni kamen mehr als 120 Händler, Hersteller und Vertreter von Behörden, Verbänden und NGOs zu einer Informationsveranstaltung und einem intensiven Austausch zusammen. Anschließend trafen sich Wissenschaftler und Behördenvertreter aus 26 Nationen zu einem internationalen Workshop, in dem es schwerpunktmäßig um die Bestimmungs- und Unterscheidungsmöglichkeiten CITES-geschützter Hölzer ging. Nähere Infos finden Sie hier.

++10.04.2017++ Musikmuseum Barcelona

Im April 2017 waren Volker Haag vom Thünen-Institut für Holzforschung und Valentina Zemke von der Universität Hamburg im Rahmen einer COST-Aktion zu Gast im berühmten Musikmuseum von Barcelona (Museu de la Música), um bei alten Instrumenten zu ermitteln, welche Holzarten verwendet wurden. Der Hintergrund: Die damaligen Instrumentenbauer wussten um die unterschiedlichen Klangeffekte der verschiedenen Hölzer, basierend auf strukturellen Eigenheiten. Von daher gibt es auch heute ein großes Interesse daran zu erfahren, welche Holzarten die alten Meister wie Stradivari oder Torres nutzten. Da die Untersuchungen aus naheliegenden Gründen zerstörungsfrei erfolgen mussten, setzten die Wissenschaftler eine neue 3D-Auflichtmikroskopie-Methode ein. Bei 11 Gitarren mit  Baujahren zwischen 1650 - 1953 konnten sie insgesamt ca. 120 einzelne Bauteile erfolgreich identifizieren. Die Ergebnisse werden im Oktober 2017 in Brüssel auf einer Konferenz vorgestellt.

++05.04.2017++ Kontrolle auf der Musikmesse Frankfurt

Seit Januar 2017 sind die gesamten Palisander-Hölzer (über 250 Arten), die v.a. für Bauteile von Musikinstrumenten verwendet werden, nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES), Anhang B gelistet. Der Handel von Instrumenten mit Palisander erfordert nun die Vorlage von CITES-Ausfuhr- und Einfuhrdokumenten sowie eine Buchführungspflicht. Die Einhaltung dieser CITES-Richtlinien wurde nun auf der Musikmesse Frankfurt auf Anfrage des Hauptzollamtes vom Thünen-Institut überprüft.

Holzforscher Gerald Koch hat mit Unterstützung von Hans Georg Richter vor Beginn der Messe ca. 700 Instrumente überprüft. Nach Auswertung des Zollamtes lagen für 130 Instrumente mit Bauteilen aus Palisander keine CITES-Dokumente vor, so dass sie nicht auf der Messe ausgestellt werden durften. Um die Händler und Besucher der Messe über die neuen wichtigen Richtlinien zu informieren, referierte Gerald Koch auf einer Veranstaltung der Society of Music Merchants und im Rahmen einer Podiumsdiskussion über das Thema „Handel von CITES-geschützten Hölzern in Musikinstrumenten”.

++01.03.2017++ DBU-Expertentagung zur Holzkontrolle

Um Methoden, den illegalen Einschlag von Holz aufzudecken und zu bekämpfen, ging es am 1. März 2017 auf einem Expertenworkshop der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück, an dem mehrere Vertreter des Thünen-Kompetenzzentrums als Referenten teilnahmen.

Der Bundestagsabgeordnete und DBU- Kuratoriumsmitglied Cajus Ceasar betonte die Notwendigkeit, praxistaugliche und gerichtsfeste Methoden zur Verfügung zu haben, um illegal eingeführte Holz- und Papierprodukte zu identifizieren. Dis betrifft nicht nur Tropenwälder, sondern auch Wälder der gemäßigten Zonen. Für genetische Verfahren zur Herkunftskontrolle seien Referenzproben aus den Ursprungsländern notwendig, die nicht immer einfach zu beschaffen sind, erläuterte Thünen-Experte Bernd Degen. Die DBU hat u.a. ein Projekt zum Aufbau einer Referenzdatenbank für Weißeiche gefördert. Am Kompetenzzentrum weiterentwickelte Verfahren zur Identifizierung von Holz in Papier und Faserplatten wurden ebenfalls auf dem Workshop vorgestellt.

++15./16.02.2017++ Holz besser zurückverfolgen

Das globale Netzwerk zur Rückverfolgung von Holz (GTTN) ist in seine zweite Phase gestartet. Die Auftaktveranstaktung fand am 15. und 16. Februar im BMEL in Bonn statt. Das GTTN-Projekt wurde im Jahr 2012 initiiert, vom BMEL finanziert und von Bioversity International koordiniert. Die nächsten drei Jahre werden vom BMEL weiter unterstützt, während die Koordination vom Europäischen Forstinstitut (EFI) übernommen wird. Das Thünen-Institut ist Teil des GTTN-Sekretariats und für wissenschaftliche Aspekte der Koordinierung zuständig.

Am Treffen nahmen international renommierte Experten aus verschieden Disziplinen der Holzerkennung (basierend auf genetischen, chemischen oder strukturellen Holzeigenschaften) teil, um einen Überblick zu den jüngsten wissenschaftlichen Entwicklungen der verschieden Methoden zu geben. Am zweiten Tag diskutierten verschiedene Arbeitsgruppen die zukünftigen Aufgaben des Netzwerks in den Bereichen Standardisierung der Methoden, Aufbau einer globalen Referenzdatenbank und Förderung von Werkzeugen, die den illegalen Holzeinschlag eindämmen.

++20.-29.01.2017++ Thünen-Institut auf Grüner Woche

Auf der diesjährigen Grünen Woche in Berlin setzte das Thünen-Institut einen Schwerpunkt im Bereich Wald und Holz. Unter anderem gab das Kompetenzzentrum Holzherkünfte Einblick in seine Arbeiten. Exotische Hölzer, Blicke durchs Mikroskop auf selten gesehene Strukturen und Infos, wie die Prüf- und Forschungsarbeiten den Handel mit geschützen oder illegal geschlagenen Hölzern verringern können: Die Thünen-Experten nahmen die Besucherinnen und Besucher in der BMEL-Halle (Halle 23a) mit in einen Dschungel von Bäumen, Holz und Verordnungen. Und verrieten nebenbei auch, was die Händler und Besitzer von hochwertigen Musikinstrumenten wie Geigen oder Gitarren seit Wochen in Unruhe versetzt.

Weitere Infos hier.

++15.12.2016++ Radiosendung über Umweltkriminalität

Am 15.12.2016 sendete der Bayerische Rundfunk ein knapp halbstündiges Radio-Feature über Umweltkriminalität: „Milliardengeschäfte mit Wilderei und Raubbau“. Prominentes Thema neben dem Handel mit Reptilien, seltenen anderen Tieren und illegaler Fischerei war der illegale Handel mit Holz, einem der finanzstärksten Felder der Umweltkriminalität. Thünen-Wissenschaftler Matthias Dieter zeigte die Umweltfolgen auf, gerade für den Bereich der Tropenwälder, sprach über die Schwierigkeiten bei der Kontrolle von Einschlagsgebieten vor Ort und stellte die Aktivitäten des Thünen-Kompetenzzentrum vor. Mittlerweile nutzen viele deutsche Holzhandelsunternehmen die dort vorhandene Expertise, um ihren Sorgfaltspflichten nachzukommen und sich gegen Betrügereien abzusichern.

BR2, IQ – Wissenschaft und Forschung, 15.12.2016: Umweltkriminalität: Milliardengeschäfte mit Wilderei und Raubbau

++06.12.2016++ Steffi Lemke besucht Kompetenzzentrum

Hoher Besuch am Nikolaustag: Am 6. Dezember waren Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kathrin Blaufuss, Referentin für Naturschutz sowie der wissenschaftliche Mitarbeiter David Hoffmann zu Gast im Kompetenzzentrum. Neben Einblicken in die praktische Arbeit (mikroskopische Bestimmung von Holzprodukten, Holzkohle und Papier) informierten sich die Besucher ausgiebig über die Bedeutung der globalen Marktanalysen und Zertifizierungssysteme für Holz.

In der Diskussion mit den Thünen-Wissenschaftlern Gerald Koch, Matthias Dieter und Ulrich Bick kamen auch Kritikpunkte hinsichtlich der Umsetzung der EUTR zur Sprache – vor allem die Ausnahmen von Warengruppen und die schleppende Umsetzung der EUTR in andern EU-Staaten. Auf Twitter attestierte Steffi Lemke anschließend dem Kompetenzzentrum eine hervorragende Arbeit.

++02.12.2016++ Bald DNA-Tests am Holz in Ghana

Vom 28.11. bis 02.12.2016 fand beim Forstlichen Forschungsinstitut Ghanas (FORIG) in Kumasi ein Treffen des LargeScale-Projekts statt. Mitarbeiter des Thünen-Instituts für Forstgenetik haben während des Aufenthalts den Aufbau eines Genetik-Labors in Kumasi weiter vorangetrieben. Das Thünen-Institut unterstützt das Labor mit Geräten und Verbrauchsmaterial und schult die Mitarbeiter.

Ab 2017 sollen in Kumasi DNA-Tests zum Art- und Herkunftsnachweis für wichtige afrikanische Baumarten (z.B. Khaya, Sapelli, Iroko, Sipo) für die ganze Region Westafrika durchgeführt werden. Ferner wurden während des Treffens mit Vertretern aus fünf westafrikanischen Ländern konkrete Abläufe für genetische Tests zur Absicherung Handels mit Holz aus legalem Einschlag besprochen.

++14./15.11.2016++ Holzkohle im Fokus

Auf einem internationalen Holzkohleforum der BIAG (Barbecue Industry Association Grill e.V.) am 14./15. November in Berlin informierten Ulrich Bick, Gerald Koch und Sergej Kaschuro vom Thünen-Kompetenzzentrum über die Zertifizierung von Holzkohle und über Möglichkeiten, Holzkohle anatomisch zu bestimmen. Das Thema hat seit den Sommermonaten großes öffentliches und mediales Interesse erlangt. Durch hochauflösende mikroskopische Bildanalysetechnik ist es am Kompetenzzentrum möglich, einheimische und tropische Hölzer in Holzkohle sicher zu unterscheiden und botanisch zuzuordnen. Auch wenn Holzkohle und Briketts bislang nicht der Europäischen Holzhandels-Verordnung (EUTR) unterliegen, sprachen sich führende Hersteller und Handelsunternehmen auf der Tagung dafür aus, ein Zertifizierungssystem (chain of custody) für Holzkohle zu entwickeln, das auch Informationen zur Herkunft bereitstellt.

++07.10.2016++ Neue Genmarker für Weißeichen

Im Thünen-Institut für Forstgenetik haben Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit Kollegen aus den USA und Russland einen neuen Satz von Genmarkern zur Art- und Herkunftsbestimmung von Weißeichen entwickelt. Mit diesen Markern kann am Holz anhand der unterschiedlichen DNA- Fragmentmuster überprüft werden, ob es sich um Weißeichen aus Asien, Europa oder Amerika handelt. In der letzten Zeit sind im Holzhandel vermehrt Falschdeklarationen zum Ursprung von Weißeichenholz bekannt geworden. Der bisher spektakulärste Fall ist die Verurteilung der Firma „Lumber Liquidators“ in den USA zu einer Strafe von über 13 Millionen US$.

Die neuen Genmarker wurden vor kurzem in der Fachzeitschrift PLoS One publiziert: Schroeder H, Cronn R, Yanbaev YA, Jennings T, Mader M, Degen B, Kersten B (2016) Development of molecular markers for determining continental origin of wood from White Oaks (Quercus L. sect. Quercus). PLoS One 11 (6): e0158221, DOI:10.1371/journal.pone.0158221

++06.10.2016++ GD Holz besucht Kompetenzzentrum

Rund 40 Mitglieder der Landegruppe Nord im GD-Holz (Gesamtverband Deutscher Holzhandel) besuchten am 6. Oktober das Thünen-Kompetenzzentrum, um sich über aktuelle Fragestellungen zur Umsetzung der Holzhandelsverordnung EUTR und zur öffentlichen Beschaffung von Holzprodukten in Deutschland zu informieren. Gerald Koch stellte u.a. methodische Fortschritte zur Identifizierung von Hölzern in Holzwerkstoffen, Papier und Holzkohle vor. Um die in Politik und Wirtschaft kontrovers diskutierten öffentlichen Beschaffungsrichtlinien von Holzprodukten sowie um Anforderungen an die Zertifizierung ging es im Vortrag von Ulrich Bick. Im Anschluss an das Fachprogramm verlieh der Vorstandsvorsitzende des GD-Holz, Jürgen Klatt, die diesjährigen Ausbildungspreise des Holzhandelsverband Hamburg, Lübeck und Schleswig-Holstein.

++28.09.2016++ Neue App zur Holzartenbestimmung

Die Bestimmung und Beschreibung der wichtigsten international gehandelten Hölzer ist nicht nur für Sachverständige und Kontrollbehörden von Bedeutung, sondern auch für den Holzhandel und holzverarbeitende Betriebe. Als wichtiges Instrument hat sich hierfür die Datenbank macroHOLZdata bewährt, die ab sofort auch als (erste Thünen-) App für iPads verfügbar ist. Die Datenbank bietet:

  • eine dialoggeführte Erkennung und Bestimmung von 100 Nutzholzarten anhand von makroskopischen (mit bloßem Auge und/oder einer Lupe erkennbaren) Merkmalen,
  • qualitativ hochwertige Abbildungen zu strukturellen Merkmalen und zu den einzelnen Holzarten mit Querschnitten und Längsflächen,
  • eine Holzarten-Datenbank mit technologischen, verarbeitungstechnischen und nutzungsrelevanten Informationen.

Die Datenbank eignet sich auch gut für die Aus- und Weiterbildung in der Holzwirtschaft sowie im Selbststudium für alle Holz-Interessierten. Weitere Details zur App sind unter https://appsto.re/de/xS-Zcb.i verfügbar.

++26.09.2016++ John Lennons Gitarre

In der September-Ausgabe des Magazins forschungsfelder dreht sich alles um den Wald. Ein Beitrag widmet sich auch dem Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte: Er erzählt, wie die illegale Einfuhr einer Containerladung des seltenen Tropenholzes Wangé im Hafen von Antwerpen mithilfe der Thünen-Experten aufgedeckt wurde, beschreibt den charakteristischen Geruch von Rio-Palisander, einem stark gefährdeten Holz, das früher gern beim Bau von E-Gitarren verwendet wurde, und berichtet in diesem Zusammenhang, dass die Experten auch schon eine Gitarre von Ex-Beatle John Lennon zur Untersuchung in den Händen hatten. Der Artikel zum Download: Das Geheimnis der Sperrholzplatte.

++23.09.2016++ Leitfaden für UN-Organisation erstellt

Eine internationale Expertengruppe zur Holzbestimmung hat für die UN-Organisation „United Nations Office on Drugs and Crime (UNDOC)“ einen Leitfaden mit Standards zur forensischen Holzart- und Holzherkunftsbestimmung fertiggestellt. Der Leitfaden soll Kontrollbehörden geeignete Methoden an die Hand geben, um gegen illegalen Holzhandel vorzugehen und gerichtsfeste Daten zu erheben. Dabei wird das gesamte Vorgehen betrachtet von der Inspektion der Holzfrachten über die Probenahmen und Vor-Ort-Untersuchungen bis hin zur Laboranalyse. Das Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte war mit Dr. Gerald Koch und Dr. Bernd Degen an der Ausarbeitung des Leitfadens beteiligt.

++10./11.09.2016++ Festival der Zukunft: Umweltpolitik 3.0

Gemeinsam mit Kollegen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) präsentierte sich das Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte am 10./11.09.2016 in Berlin auf dem großen Umweltfest des BMUB anlässlich des 30. Geburtstages des Ministeriums. Von besonderem Interesse war am BfN/Thünen-Stand das Thema CITES-Hölzer – das sind gefährdete und geschützte Hölzer, meist aus den Tropen und Subtropen, deren Handel dem Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen unterliegen. Die Kollegen hatten Holzproben mitgebracht und erläuterten den Besuchern, wie sie Holzarten bestimmen und von einigen Arten sogar die Herkunft genetisch überprüfen können.

++07.07.2016++ Holzkohle-Gutachten

Im Auftrag einer österreichischen Verbraucherorganisation (Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich) untersuchte das Kompetenzzentrum verschiedene Holzkohleproben auf die verwendeten Hölzer. Bei der anatomischen Untersuchung wurde erstmals eine neuartige Mikroskopiertechnik eingesetzt (Auflicht-Mikroskopie mit polarisiertem Licht, digitale Zusammensetzung von Bildabschnitten unterschiedlicher Tiefenebene mittels spezieller Software), durch die ein Abgleich der Strukturen in der Holzkohle mit den mikroskopischen Referenzbildern möglich war. Bei einigen der Proben konnte nachgewiesen werden, dass das Holz nicht der Deklaration auf den Packungen entsprach. Nähere Infos: Pressemitteilung vom 18.07.2016.

++30.06.2016++ FSC besucht Institut in Großhansdorf

Anlässlich der Vollversammlung des FSC (Forest Stewardship Council) Deutschland in Hamburg besuchte eine Gruppe von FSC-Vertretern das Thünen-Institut für Forstgenetik in Großhansdorf, um einen Einblick in die Arbeit des Kompetenzzentrums Holzherkünfte zu erhalten. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik der genetischen Holzart- und Holzherkunftsidentifizierung ging es durch die Labore. Dort konnten die Besucher die praktischen Arbeiten selbst in Augenschein nehmen. Eine Exkursionsteilnehmerin fasste ihre Eindrücke in der kurzen Äußerung zusammen: „Sie haben es geschafft, für mich Licht in die 'Black box' der Möglichkeiten der genetischen Analysen zu bringen.“

++28./29.06.2016++ EUTR-Workshop in Sopron

Als deutscher Vertreter nahm Dr. Gerald Koch vom Thünen-Institut für Holzforschung an einem EUTR-Workshop in Sopron (Ungarn) teil und stellte die Aktivitäten des Kompetenzzentrums vor. In den Gesprächen zeigte sich, dass in einigen EU-Mitgliedstaaten die Anforderungen an die Umsetzung der EUTR noch nicht hinreichend bekannt sind, insbesondere die Vielzahl der Holzprodukte (v.a. Holzwerkstoffe), die der EUTR unterliegen. Auch die Bedeutung des illegalen Holzeinschlags und die daraus erwachsenen Probleme wurden von den Workshop-Teilnehmern recht unterschiedlich eingeschätzt.