Rinderhalter für Praxisprojekt gesucht

Das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau sucht 40 interessierte Rinderhalterinnen und Rinderhalter für ein Projekt, in dem es darum geht, die Praxistauglichkeit von Tierschutz-Indikatoren bei der betrieblichen Eigenkontrolle zu überprüfen und zu optimieren. Dazu sollen sie die Tierschutz-Indikatoren aus dem Leitfaden für die Praxis – Rind des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) auf ihren Betrieben anwenden.

Die Interessenten erhalten vorab eine eintägige Direkt- oder Onlineschulung. Anschließend sollen sie die Indikatoren auf ihrem Betrieb selbstständig in einem halbjährlichen Abstand erfassen. Zusätzlich führt auch ein Projektmitarbeiter diese Arbeit durch. Der Vergleich der Datenerfassung von Praktikern und Mitarbeitern soll helfen, nachstehende Fragen zu beantworten:

  1. Wie zuverlässig kann das Rinderwohl mit Hilfe der KTBL-Tierschutzindikatoren erfasst werden?
  2. Ist die Erfassung des Rinderwohls durch die KTBL-Tierschutzindikatoren praxistauglich?

Gesucht werden 20 Milchviehbetriebe mit Kälberaufzucht und 20 Rindermastbetriebe mit folgenden Merkmalen:

Milchviehbetriebe:

  • Rasse: Deutsche Holstein, Fleckvieh oder Braunvieh
  • Laufstallhaltung
  • Mindestens 20 Milchkühe
  • Teilnahme an der Milchleistungsprüfung
  • Regionen: Allgäu (BY, BW), Norddeutsche Tiefebene (Küstenregionen bis Niederrhein, SH, NI, NW), alle östlichen Bundesländer

Rindermastbetriebe:

  • Rassen: Milchrassen, Kreuzungen von Milchrassen mit Fleischrassen oder reine Fleischrassen (aus Mutterkuhherden)
  • Stallhaltung (einstreulos oder eingestreut)
  • Mindestens 20 Mastrinder
  • Regionen: (Ober-) Bayern, (Oldenburger) Münsterland (NI und NW) und Schleswig-Holstein

Nach den Erhebungen erhalten die Betriebsleiter einen kurzen Bericht, in dem ihre Ergebnisse mit denen der anderen Projektbetriebe anonymisiert verglichen werden. Das kann dazu beitragen, mögliche Optimierungspotenziale zu erkennen und ihr Management weiterzuentwickeln, was auch dem betrieblichen Erfolg zugute kommen kann.

Für jeden der beiden Betriebsbesuche ist eine symbolische Aufwandsentschädigung von 100 Euro vorgesehen.

Die Aktivitäten sind eingebettet in das Projekt „Praxistauglichkeit von Tierschutzindikatoren bei der betrieblichen Eigenkontrolle, Erarbeitung eines Bewertungsrahmens sowie technische Umsetzung in digitalen Anwendungen“ (EiKoTiGer).


Interessenten wenden sich bitte an: