Wertvolle Gene aus unseren Böden

Pressemitteilung

Internationale Tagung in Braunschweig

In der Mitte des Bildes ist der Wurzelraum einer Maispflanze zu sehen, links im Bild eine entnommene Bodenprobe
Böden - hier der Ackerboden um eine Maispflanze - beherbergen Tausende von Mikroorganismen. Mit modernen Methoden ist es heute möglich, die Gesamtheit der Gene dieser Organismen aus Bodenproben zu erfassen und zu analysieren. (© Thünen-Institut)

Vom 11. bis 13. Dezember findet im Thünen-Institut in Braunschweig eine internationale Tagung zum Thema Boden-Metagenomik statt. Die Tagung mit dem Titel „2nd Thünen Symposium on Soil Metagenomics“ beschäftigt sich mit den neuen Möglichkeiten, die in natürlichen und landwirtschaftlich genutzten Böden vorkommende DNA (Erbsubstanz) zu entschlüsseln und diese Information für eine nachhaltige Landwirtschaft und die Entwicklung neuer biologischer Produkte nutzbar zu machen. Es werden 250 Experten aus mehr als 30 Nationen erwartet.

In jedem Gramm fruchtbaren Bodens finden sich 10 bis 100 Mikrogramm (Millionstel Gramm) DNA, die aus vielen unterschiedlichen Mikroorganismen stammen. In landwirtschaftlichen Böden können diese Mikroorganismen wichtige Dienste für die Versorgung von Pflanzen mit Nährstoffen und den Schutz vor Pflanzenschädlingen leisten. Nach Auffassung vieler Experten könnten diese mikrobiologischen Potenziale in einem viel größeren Umfang als bisher einen Beitrag dazu leisten, den landwirtschaftlichen Ertrag zu erhöhen, und dabei sogar noch Dünger oder Pflanzenschutzmittel einzusparen. Auch Forscher vom Thünen-Institut für Biodiversität arbeiten an der Entschlüsselung der genetischen Ausstattung unserer Böden. 

Den Thünen-Forschern gelang es in den vergangenen Jahren, die Bakterienvielfalt im Wurzelraum vom Mais aufzuklären. Dabei stießen sie auf Gene aus über 50.000 unterschiedlichen Arten und konnten zeigen, dass einige dieser Bakterien nur an jungen Wurzeln, andere bevorzugt an älteren Wurzeln vorkamen. In einem aktuellen Projekt wird nun ermittelt, wie stark der Einfluss der Pflanzen und wie stark der Einfluss der Bodeneigenschaften auf die Bakterienvielfalt ist. Dabei werden Bodenproben von Maisfeldern aus verschiedenen europäischen Regionen analysiert.

Die Boden-Metagenomik ist eine neue und sehr dynamische Forschungsrichtung. Methoden, die von der Extraktion der DNA aus Böden bis hin zur bioinformatischen Analyse der aufgespürten Gene reichen, werden permanent verbessert. Um den neuen Entwicklungen Rechnung zu tragen, findet daher in Verbindung mit der Thünen-Tagung ein Workshop statt, bei dem Experten ihre neuesten Entwicklungen in praktischen Anwendungen vorstellen.


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