Gesunde Luft, gesunder Planet: 2. Internationaler Tag für saubere Luft und blauen Himmel

Aktuell

Unter dem Motto “Clean Air for Blue Skies” machen die Vereinten Nationen am 07.09.2021 zum 2. Mal weltweit auf die wichtige Rolle sauberer Luft aufmerksam.

(© United Nations Environment Programme)

Das Thünen-Institut unterstützt dieses Anliegen durch das nationale und internationale forstliche Umweltmonitoring im Rahmen von ICP Forests. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Notwendigkeit gesunder Luft für die Gesundheit und das Wohlergehen aller und bezieht dabei gleichzeitig andere kritische Themen wie den Klimawandel, den Zustand der Erde sowie die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung in die Diskussion mit ein.

Luftverschmutzung ist ein globales Problem und stellt eines der größten Umweltrisiken für die menschliche Gesundheit, die Funktion von Ökosystemen und den Schutz von Bauwerken dar. Obwohl sich die Luftverschmutzung in Europa durch verschiedene Maßnahmen in Industrie und Verkehr in den letzten Jahrzehnten bereits deutlich verringert hat, bleibt sie auf hohem Niveau, wie Ergebnisse des internationalen forstlichen Umweltmonitorings unter ICP Forests im Rahmen der UNECE Air Convention belegen.

Hintergrund

Das internationale Kooperationsprogramm Wälder (ICP Forests) der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) wird vom Thünen-Institut für Waldökosysteme koordiniert. In ihm überwachen Wissenschaftler*innen in ganz Europa seit 1985 den Einfluss von Luftschadstoffen auf den Zustand unserer Wälder. Sie sind damit in der Lage, wichtige Entwicklungen in Waldökosystemen wie Veränderungen im Ernährungszustand der Bäume oder die Biodiversität über einen Zeitraum von nunmehr 35 Jahren nachzuzeichnen.

Besonders im Fokus stehen neben klimatischen Veränderungen der Einfluss von bodennahem Ozon sowie luftgetragene Stickstoff- und Schwefelverbindungen. So ging der beobachtete Sulfatgehalt im Niederschlagswasser in europäischen Wäldern seit Beginn der Luftreinhaltemaßnahmen in den 1980ern drastisch zurück (ICP Forests 2020 Technical Report). Bei den Stickstoffverbindungen war der Rückgang weniger stark ausgeprägt und die Höhe des Stickstoffeintrags ist noch immer als kritisch für das Ökosystem Wald zu bezeichnen (ICP Forests Brief No 2).

Auf bis zu 7.500 Untersuchungsflächen in einem Raster von 16 mal 16 Kilometern (Level I) wird in Europa bzw. der UNECE-Region der Zustand von Waldbäumen und Waldböden sowie Nadel- und Blattinhaltsstoffe untersucht. Auf weiteren mehr als 600 ausgewählten Flächen (Level II) werden zusätzlich Daten u.a. zur Witterung, Luftqualität, Ablagerung von Schadstoffen in Wäldern, Bodenwasserqualität und dem Wachstum der Bäume erfasst.