F.R.A.N.Z.-Projekt gewinnt Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Preisstatuette des Deutschen Nachhaltigkeitspreises (© Frank Fendler)

Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019 in der Kategorie „Forschung“ gewonnen. Die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V., die diese Auszeichnung in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung verleiht, überreichte den Preis am 7. Dezember 2018 in Düsseldorf.

Ziel des Projekts F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft) ist es, praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen zu entwickeln, die effizienten Naturschutz auch in intensiv bewirtschafteten Agrarräumen ermöglichen. Zusätzlich soll die Umsetzung von bestehenden Agrarumweltleistungen optimiert werden.

Dass dies gelungen ist, würdigte die Jury in ihrer Preisverleihung. Sie lobte die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz, den frühen Praxis-Check sowie die intensive wissenschaftliche Betreuung und Untersuchung der entwickelten und erprobten Biodiversitätsmaßnahmen.

Projekthintergrund, Förderung und wissenschaftliche Aktivitäten

Die heutige Landwirtschaft steht vor der zentralen Herausforderung, sowohl die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen als auch die Artenvielfalt zu erhalten. Vor diesem Hintergrund haben die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz und der Deutschen Bauernverband das Projekt F.R.A.N.Z. initiiert. Es wird gefördert mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank, mit besonderer Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Das Thünen-Institut für Biodiversität, die Universität Göttingen und das Michael-Otto-Institut im NABU untersuchen im Rahmen des Projekts die Populationsentwicklung verschiedener Tierarten (Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Amphibien, Feldhasen) und Pflanzen sowie zwei wichtige Ökosystemfunktionen: Bestäubung und bodenbiologische Aktivität. Die Thünen-Institute für Ländliche Räume und für Betriebswirtschaft begleiten das Projekt aus sozioökonomischer Sicht. Mittel- und langfristig sollen die Naturschutzmaßnahmen auch auf andere Betriebe übertragen werden. Hierzu ist es wichtig, dass sich die Maßnahmen gut in die betrieblichen Abläufe integrieren lassen und keine wirtschaftlichen Einbußen nach sich ziehen.

Preisverleihung mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Ganz links: Dr. Thomas Schmidt vom Thünen-Institut für Ländliche Räume (© Umweltstiftung Michael Otto)

Weiterführende Links:

F.R.A.N.Z. Projekt-Webseite

Zum Thünen-Teilprojekt Ökologie

Zum Thünen-Teilprojekt Sozioökonomie

Pressemitteilung
des Büros Deutscher Nachhaltigkeitspreis vom 7. Dezember 2018 zur Preisverleihung

F.R.A.N.Z. kann’s
Infos zum Projektstart auf der Thünen-Webseite vom Januar 2017

F.R.A.N.Z.-Studie zu Hindernissen und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft
Pressemitteilung des Thünen-Instituts vom 21. September 2017

F.R.A.N.Z.-Film
Video zum F.R.A.N.Z.-Projekt