Fachtagung Klimaschutz – Was kann die Landwirtschaft tun?

Die Klimaschutzanforderungen für die Landwirtschaft werden jetzt festgesetzt. Welche Anforderungen das sind und was landwirtschaftliche Betriebe für den Klimaschutz leisten können, wurde auf einer Tagung im Thünen-Institut diskutiert.

Über ein „volles Haus“ konnten sich die Veranstalter, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und das Thünen-Institut, freuen: Mehr als 200 interessierte Gäste aus Politik, Wissenschaft und landwirtschaftlicher Praxis kamen am 9. Juli 2019 zur Fachtagung „Klimaschutz – Was kann die Landwirtschaft tun?“ ins Forum des Thünen-Instituts nach Braunschweig.

Nach der Begrüßung durch Kammerpräsident Gerhard Schwetje und einem Grußwort des Staatssekretärs im niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Rainer Beckendorf, gab Prof. Heinz Flessa, Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, einen Überblick über die Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft. Bei Lachgas und Methan sei die Landwirtschaft – ebenso wie beim indirekt klimarelevanten Ammoniak – der größte Emittent. Diese Gase stammten überwiegend aus dem Stickstoffmanagement und der Nutztierhaltung. Hinzu kämen wesentliche Kohlendioxid-Emissionen aus der landwirtschaftlichen Nutzung von Moorböden, sodass insgesamt rund 11 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft und der landwirtschaftlichen Bodennutzung zuzuschlagen seien. Zum Stand des geplanten deutschen Klimaschutzgesetzes und den möglichen Konsequenzen für die Landwirtschaft wurde ebenso informiert wie über die vorgesehene Verankerung des Klimaschutzes in der GAP-Förderperiode ab 2020.

Am Nachmittag wurden praktische Klimaschutzmöglichkeiten für Betriebe vorgestellt. So hat beispielsweise ein optimiertes Stickstoffmanagement eine große Bedeutung für den Klimaschutz, da Stickstoff teilweise zu ausgesprochen klimaschädlichem Lachgas umgewandelt wird. Niedersachsen ist reich an Moorflächen. Auf trockengelegten Mooren werden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt. Eine optimierte Wasserstandsregulierung auf landwirtschaftlich genutzten Mooren kann dazu beitragen, die Freisetzung von Treibhausgasen zu mindern, so das Fazit eines Vortrages. Landwirte in Niedersachsen können eine  Klimaschutzberatung in Anspruch nehmen. In einem Referat wurde dazu über praktische Erfahrungen mit einzelbetrieblichen Klimaschutzberatungen und dadurch erzielbare Treibhausgaseinsparungen berichtet. Zudem wurde auf die interessante Entwicklung hingewiesen, dass sich in Niedersachen die produzierte Menge landwirtschaftlicher Erzeugnisse deutlich erhöht habe, ohne dass die Treibhausgas-Emissionen dabei gestiegen seien.

Nach dem Vortragsteil war noch Raum für eine rege Abschlussdiskussion zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und den Referenten.


Weitere Informationen zur Tagung und den dort vorgestellten Ergebnissen gibt die Pressemitteilung vom 9. Juli 2019.