Erster Thünen-Afrika-Tag

Am 14./15. Januar 2020 trafen sich 34 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Thünen-Instituts und anderer Einrichtungen in Braunschweig, um sich über Forschungsaktivitäten und eine Agenda für Projekte in Afrika auszutauschen.


Wie können Holzreste in Äthiopien und Südafrika effizient als Baumaterialien verwendet werden? Wie hoch sind die Emissionen einer intensiv beweideten Savannenfläche? Wie ist es um das Nahrungsnetz im Benguela-Strom bestellt? Und wie wirken sich Hähnchenimporte aus Europa auf den Markt in Ghana aus? Nur vier von vielen Fragen mit Bezug auf Afrika, die am Thünen-Institut bearbeitet werden. Insgesamt kooperieren wir mit 57 Institutionen, verteilt auf 23 afrikanische Länder. Und stetig werden es mehr.

Viele Aktivitäten sind so erfolgreich, dass Folgeprojekte angestrebt werden. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass es nicht immer einfach ist, Kontakte in Afrika aufrecht zu erhalten, neue Finanzierungen zu gewinnen oder auch einfach nur das richtige Visum für einen Gastwissenschaftler aus Afrika zu bekommen. Grund genug, einen genaueren Blick auf die Aktivitäten des Thünen-Instituts auf und mit dem Nachbarkontinent zu werfen.

Der Einladung zum ersten Thünen-Afrika-Tag folgten 34 Kollegen und Kolleginnen vieler Thünen-Fachinstitute und des Julius Kühn-Instituts. Nach einer kurzen Einführung stellte Siegfried Harrer von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die Sicht eines Projektförderes auf die Kooperation mit Afrika dar. Carl Felix Wolff erklärte anschließend, wie die internationale Abteilung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Afrika Qultätsinfrastrukturen aufbaut und gab Einblicke in die Herausforderungen der Arbeit eines Trägers für Entwicklungszusammenarbeit.

Die Teilnehmenden tauschten sich im Anschluss intensiv aus über langfristige Kooperationen, Projektplanung und -durchführung, über Wissensmanagement und eine kohärente Agenda für Projekte in Afrika sowie die Integration afrikanischer Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in die Projektarbeit. Die Gruppe entwickelte Aktionspunkte, wie künftig die Kooperation mit Afrika verbessert werden kann. Insbesondere der Austausch aller in Afrika Aktiven wurde gewünscht, um einen besseren Überblick zu bekommen. Der erste Thünen Afrika-Tag war ein gelungener Anfang, diesen Austausch zu fördern.

Der Thünen-Afrika-Tag wurde durch Stefan Lange, Aida Gonzales-Mellado und Veronika Jorch mit Beteiligung durch Anett Richter organisiert und durchgeführt.


Nähere Infos: Thünen-Afrika-Flyer