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Dritter internationaler Workshop gegen Lebensmittelverluste und -abfälle

78 Teilnehmer aus Japan, Singapur, China, der Sonderverwaltungszone Macao, der Republik Korea, Indonesien, Thailand, Taiwan, Saudi-Arabien und Deutschland sowie der Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) und dem Umweltprogramm der UNO (UNEP) diskutierten Aspekte der Vermeidung von Lebensmittelabfällen in Tokio, Japan. (© )

Bereits zum 3. Mal fand im Rahmen der Thünen-koordinierten MACS-G20-Initiative gegen Lebensmittelabfälle ein Workshop zum Thema statt. Um den Welternährungstag 2019 am 16. Oktober 2019 organisierte das Thünen-Institut gemeinsam mit dem japanischen Agrarministerium, der FAO Japan und UNEP eine Veranstaltung für Südost- und Ostasien.

 

Der diesjährige Workshop ist schon der Dritte seit 2017, den das Thünen-Institut in Kooperation mit dem jeweiligen G20-Präsidentschaftsland organisiert hat. Diese Aktivität ist Teil der Thünen-koordinierten Collaboration Initiative Food Losses and Waste des „Meeting of Agricultural Chief Scientists of G20 States“ (MACS-G20). Im Juni 2017 wurden Experten aus den G20-Ländern nach Berlin eingeladen, da Deutschland den Vorsitz der G20 innehatte. Im November 2018 wurde der „Regional Dialogue on Food Loss and Waste: Latin American solutions and initiatives” in Buenos Aires (Argentinien) abgehalten.

Vom 16. bis 18. Oktober war es nun wieder soweit, diesmal in Kooperation mit dem japanischen Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei (MAFF), der FAO Japan und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Ziel des Workshops war unter anderem, die Erreichung des Sustainable Development Goals 12.3 in den Südost- und Ostasiatischen Ländern zu unterstützen. Dieses sieht vor, Lebensmittelabfälle (LMA) im Einzelhandel, im Außer-Haus-Verzehr und in Privathaushalten bis 2030 zu halbieren. Darüber hinaus wurde ein besonderer Schwerpunkt auf die Stärkung regionaler Netzwerke und Kooperationen durch persönliches Kennenlernen gelegt. Insgesamt konnten 78 Teilnehmer aus der Wissenschaft, von Unternehmen und Behörden begrüßt werden. Sie kamen aus Japan, Singapur, China, der Sonderverwaltungszone Macao, der Republik Korea, Indonesien, Thailand, Taiwan, Saudi-Arabien und Deutschland sowie von der Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO).

Die Veranstaltung startete mit einer Exkursion bei einem Verpackungsunternehmen, welches Kunststoffverpackungen unter Verwendung der sogenannten Modified Atmosphere Packaging (MAP)-Technologie weiterentwickelt. Diese Verpackungen ermöglichen einen kontrollierten Austausch von Sauerstoff und Stickstoff zwischen dem Inneren der Verpackung und der Umgebung. So können Reifegase, die durch die Atmung von verpacktem Obst und Gemüse entstehen, entweichen und der Reifungsprozess wird verlangsamt. Insgesamt weisen Lebensmittel mit dieser Verpackungstechnologie eine längere Haltbarkeit auf. Am Abend des 16. Oktober 2019 lud die FAO zu einer Veranstaltung anlässlich des Welternährungstages ein, die die Workshop-Teilnehmer auch als erste Vernetzungsaktivität zwischen den Teilnehmern nutzten.

Im Rahmen des Workshops, der vom 17. bis 18. Oktober stattfand, befassten sich die Teilnehmer vor allem mit den Themenbereichen Nachernteverluste in der Landwirtschaft, Abfälle im Außer-Haus-Verzehr und im Haushalt, nationale Strategien gegen LMA, Datenerhebung und Berichterstattung, rechtliche Rahmenbedingungen und Netzwerk¬bildung. Die Arbeit in verschiedenen, kleineren Gruppen mit spezifischen Aufgabenstellungen förderte den direkten Austausch von Erfahrungen, Ideen und die Diskussion konkreter Probleme. Eine besondere Ehre war die einleitende Präsentation von Frau Toshiko Takeya, Parlamentarierin und Generalsekretärin der „Parlamentarischen Liga für die Reduktion von LMA und der Unterstützung von Tafeln“, die einen fundierten Einblick in die spezifische Gesetzgebung zu LMA in Japan ermöglichte. Frau Takeya nutzte die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und nahm auch an weiteren Sessions teil. Die vielen positiven Rückmeldungen von Teilnehmern bestärken uns, vor allem den persönlichen Austausch von Wissen und Erfahrungen zu brennenden, regional-spezifischen Themen auch in Zukunft in den Mittelpunkt unserer Workshops zu stellen.

Nähere Information zum Workshop finden Sie hier in englischer Sprache.

Der nächste Workshop zu Lebensmittelverlusten und -abfällen ist 2020 in Kooperation mit Saudi-Arabien geplant, welches bereits beim diesjährigen Workshop durch eine dreiköpfige Delegation vertreten war und Ideen für die inhaltliche Gestaltung sammeln konnte. Zur Zielgruppe zählen dann die Staaten der Golfregion.

 


Ansprechpartner:

Stefan Lange , Thünen-Forschungskoordinator

Felicitas Schneider , Thünen-Institut für Marktanalyse