Bodenzustandserhebung Landwirtschaft: Abschlussbericht übergeben

Am 05.12.2018, dem Weltbodentag, hat Prof. Dr. Heinz Flessa, Leiter des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz, in Berlin den Abschlussbericht der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE-LW) an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner übergeben.


Die deutschlandweite Inventur hat u.a. ergeben, dass die landwirtschaftlich genutzten Böden zweieinhalb Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Das ist elf Mal so viel Kohlenstoff wie Deutschland im Jahr 2016 an CO2 emittiert hat. „Daten und Fakten zeigen, wie bedeutend der Agrarboden für den Klimaschutz und für die Klimaanpassung ist – ein Potenzial, das häufig unterschätzt wird“, sagte Ministerin Klöckner. Sie dankte allen Beteiligten der BZE-LW ausdrücklich für ihren großen Einsatz. Prof. Flessa unterstrich, dass die große Bedeutung der Böden für das Klima auch viel Verantwortung für die Landwirte, aber auch die Politik mit sich bringt. Im Anschluss an die Übergabe stellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BZE-Projekts wichtige Kernergebnisse der Untersuchung einem breiten Publikum vor.

Für die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft, die im Auftrag des BMEL und mit Unterstützung vieler Landwirtinnen und Landwirte durchgeführt wurde, hatte die Arbeitsgruppe des Thünen-Instituts von 2011 bis 2018 an über 3.100 Standorten mehr als 120.000 Bodenproben genommen und diese anschließend analysiert. Damit liegt jetzt erstmals eine umfassende und repräsentative Inventur der organischen Kohlenstoffvorräte in den landwirtschaftlich genutzten Böden in Deutschland (Ackerböden, Grünland und Sonderkulturen) vor.

Die Bodenzustandserhebung soll in Zukunft alle zehn Jahre stattfinden, um mögliche Veränderungen der Kohlenstoffvorräte und Bodeneigenschaften zu erfassen.

Der 284-seitige Abschlussbericht der BZE-LW ist als Thünen-Report 64 veröffentlicht.

Eine bebilderte, 48-seitige Kurzversion des Berichts liegt als BMEL-Broschüre vor.

Das Thünen Institut hat außerdem eine wissenschaftliche Stellungnahme zur 4-Promille-Iniative als Thünen Working Paper 112 veröffentlicht. Die 4-Promille Initiative setzt sich für die Aufbau und Erhalt von Humus ein und wird in diesem Working Paper zu seinen Möglichkeiten und Grenzen bewertet.

Pressemitteilung des BMEL zur Übergabe des Abschlussberichts