Institut für

Fischereiökologie

Müll im Meer

Meeresmüll (© Gabi Dederer)

Müll ist ein wichtiges Thema für die Bewertung des Umweltzustands der Meere. In der Marinen Strategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) wird Meeresmüll als eigene Kenngröße geführt und hat damit ebenso viel Bedeutung wie z.B. die Eutrophierung. Die Bekämpfung von Meeresmüll ist ein Punkt auf dem Aktionsplan des unter deutscher Leitung abgehaltenen G7-Gipfels im Juni 2015 und G20-Gipfels im Jahr 2017. Damit ist Meeresmüll aktuell in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Um Strategien zur Verringerung des Meeresmülls zu entwickeln, braucht man zunächst Informationen über sein Vorkommen und seine Verteilung.

Die Thünen Fischerei-Institute erheben seit mehreren Jahren Daten zu Müll in ihren Fischereifängen. Sie nutzen dazu ein vereinheitlichtes internationales Protokoll (IBTS), um den Müll zu klassifizieren. Überwiegend handelt es sich bei den gefangenen Gegenständen um Plastikmüll. Dazu gehören Folien, Leinen und Fischernetze. Auch Müll aus Glas oder Metall geht gelegentlich ins Netz – oder mal ein alter Schuh. Plastikmüll kann für Meeresorganismen gefährlich werden, wenn sie sich darin verfangen oder den Müll verschlucken und damit ihren Verdauungstrakt verstopfen. Die Daten zu Müll am Meeresgrund gehen gemäß MSRL in die Bewertung des Umweltzustandes von Nord- und Ostsee.

Lesen Sie hierzu auch Informationen zu Plastikmüll im Meer und fischereilich bedingtem Meeresmüll auf der Internetpräsenz des BMEL

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist Mikroplastik. Es kann aus größeren Plastikteilen im Meer entstehen (sekundäres Mikroplastik) oder  zum Beispiel aus Kosmetika direkt über Abwässer die Meere erreichen (primäres Mikroplastik). Fische können Mikroplastik über die Nahrung aufnehmen. Wieviel Mikroplastik sich in den wichtigsten kommerziellen Fischarten nachweisen lässt wird derzeit untersucht. Die Effekte von Mikroplastik auf Fische sind noch weitgehend unbekannt und Teil der aktuellen Forschung im Thünen-Institut.