Institut für

Fischereiökologie

Leitstelle zur Überwachung der Umweltradioaktivität in Fisch

Radioaktive Stoffe begleiten seit Anfang an das Leben auf dem Planeten Erde. Der Mensch nutzt seit dem 20. Jahrhundert die Eigenschaften dieser Stoffe in der Medizin, Militärtechnik und zur Energieerzeugung. Die Umwandlungs- und Zerfallsprodukte können dabei durch unterschiedlichste Vorgänge zurück in die Umwelt – und damit in den Fisch - gelangen. Doch wie hoch ist eigentlich die Konzentration radioaktiver Stoffe in Fisch … und welche Gefahren erwachsen daraus für den Fisch bzw. den Verbraucher, wenn er den Fisch verzehrt?

Die Leitstelle für Fisch, Fischereiprodukte, Krusten- und Schalentiere sowie Meereswasserpflanzen ist eine von 11 Leitstellen zur großräumigen Überwachung der Umweltradioaktivität in einem speziellen Umweltbereich,  z.B. Luft, Boden, Lebensmitteln oder Fisch. Die Leitstellen wurden 1986 nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl im Strahlenschutzvorsorgegesetz rechtlich verankert. Damit haben Bevölkerung, Medien und Ministerien im Falle von Unglücken wie denen in Tschernobyl und Fukushima direkte Ansprechpartner.

Konkret untersuchen wir Fische, Garnelen und Meereswasserpflanzen aus Nord- und Ostsee auf radioaktive Stoffe. Einerseits ist dieses wichtig, um im Katastrophenfall über aktuelle Mess- und Vergleichswerte zu verfügen. Andererseits trainieren und überprüfen wir so Probenahme- und Analysetechniken und können diese dadurch weiterentwickeln. Darüber hinaus versetzen uns die eigenen Messwerte in die Lage, Daten der Ländermessstellen, die in das integrierte Mess- und Informationssystem (IMIS) des Bundes eingestellt werden, auf Plausibilität zu prüfen. Auf Basis aller zur Verfügung stehenden Messdaten bewerten wir den aktuellen Status radioaktiver Stoffe in Fisch und können deren Ausbreitung im Meer nach einem Eintrag prognostizieren.

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