Institut für

Fischereiökologie

Chemische Spurenanalytik

Gaschromatograph (Agilent) mit massenselektivem TOF-Detektor (Markes) (© Ulrike Kammann / Thünen Institut)

Schadstoffe gelangen als Folge natürlicher Prozesse und insbesondere menschlicher Aktivitäten in die Meeresumwelt. Zu den Schadstoffen gehören eine Reihe von Metallen und eine große Zahl, im Wesentlichen künstlich erzeugter, organischer Verbindungen. Diese gelangen als Neben- oder Abfallprodukt bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung in die Umwelt und damit auch ins Meer.

Wir konzentrieren uns auf die Überwachung von Schadstoffen in Fischen aus Nord- und Ostsee, um Daten zum aktuellen Zustand und der zeitlichen Entwicklung der Belastung  zu gewinnen und zu bewerten. Die Zahl der bekannten Schadstoffe im Meer geht in die Zehntausende. Daher müssen wir eine Auswahl für unsere Analytik treffen. Hier helfen uns Empfehlungen aus den internationalen Meeresschutzkonventionen.

Schadstoffe liegen durch Verdünnung und Verteilung im Meer gegenüber quellennahen Gebieten nur in geringen Konzentrationen vor. Fische haben aus der Sicht des Analytikers den Vorteil, dass sie schlecht wasserlösliche Substanzen im Körperfett anreichern. Damit lassen sich diese Substanzen in dieser Matrix analytisch besser erfassen als zum Beispiel im Wasser. Um die mögliche Wirkung der Schadstoffe auf den Gesundheitszustand der Fische zu  erforschen, bedarf es einer gemeinsamen Arbeit von chemischen Analytikern und Biologen am selben Tier (Integrierte Bewertung).

Wir nehmen jedes Jahr gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Fischkrankheiten unsere Proben  in Nord- und Ostsee auf den Forschungsreisen des FFS Walther Herwig III. Die Proben werden für die spätere Analyse in unseren Laboren an Land vorbereitet. Hier stehen uns leistungsfähige Systeme für die Probenaufbereitung und Messung zur Verfügung, u.a. Atomabsorptionsspektrometer mit Feststoffprobengeber und Gaschromatographen mit Elektroneneinfangdetektor und Massenspektrometer.