Institut für

Fischereiökologie

Aquakultur und Umwelt

Blick über eine Teichanlage (© Thünen-Institut/Tobias Lasner)

Das starke Wachstum der Aquakultur weltweit hat Befürchtungen über negative Umweltwirkungen und geringe Nachhaltigkeit dieser Produktion ausgelöst. Die Umweltwirkung von Aquakulturen ist von einer Vielzahl von Faktoren wie der kultivierten Art (Karpfen, Forelle, Lachs, Shrimps, Wolfsbarsch, Dorade), dem verwendeten Aquakulturverfahren (Teichanlage, Kreislaufanlage, Netzkäfige im offenen Wasser), dem Ort der Anlagen in einem Gewässersystem und nicht zuletzt den eingesetzten Futtermitteln abhängig. In klassischen Teichanlagen können die freigesetzten Nährstoffe von Algen aufgenommen werden und so zur Naturnahrung der kultivierten Fische/Shrimps beitragen. In technischen Anlagen wie Fließkanälen und Kreislaufanlagen können Futterreste und Ausscheidungen der Fische durch technische Maßnahmen aus dem Wasser entfernt werden, allerdings haben diese Anlagen einen hohen Energieverbrauch. Bei Netzkäfiganlagen z.B. im offenen Meer besteht diese Möglichkeit nicht, allerdings kann durch die Positionierung der Anlage in der Strömung und über ausreichender Wassertiefe erreicht werden, dass Futterreste und Ausscheidungen sich nicht unter den Netzkäfigen anhäufen, sondern so weit verdünnt, dass sie ohne Beeinträchtigung der natürlichen Umwelt abgebaut werden können. An günstigen Standorten können auch die freiwerdenden Nährstoffe durch Muschel- und Algenkulturen „geerntet“ werden, solche Systeme werden „integrierte multitrophische Aquakultur“ (IMTA) genannt. Auch durch das Futter lässt sich die Umweltwirkung beeinflussen: je höher die Verdaulichkeit des Futters ist und je besser es an den Bedarf der kultivierten Fische oder Shrimps angepasst ist, umso geringer ist die Umweltbelastung je Tonne produzierten Fisch/Shrimp. Hier bestehen enge Beziehungen zum Bereich „Nachhaltige Fischernährung“.

Publikationen

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  1. Svasand T, Asplin L, Boyd A, Ellis T, Keeley NB, Moberg O, Burgetz I, Engler C, Falconer L, Focken U, Grefsrud ES, Hui L, Jakobsen G, Laksa U, Lock E-J, McKindsey C, Moore A, Morris D, á Nordi G, O'Beirn F, et al (2020) Working Group on Environmental Interactions of Aquaculture (WGEIA). Copenhagen: ICES, 187 p, ICES Sci Rep 2(112), DOI:10.17895/ices.pub.7619
  2. Lasner T, Brinker A, Nielsen R, Rad F (2017) Establishing a benchmarking for fish farming - Profitability, productivity and energy efficiency of German, Danish and Turkish rainbow trout grow-out systems. Aquacult Res 48(6):3134-3148, DOI:10.1111/are.13144
  3. Kusche H, Hillgruber N, Rößner Y, Focken U (2017) Plant protein-based feeds and commercial feed enable isotopic tracking of aquaculture emissions into marine macrozoobenthic bioindicator species. Isotopes Environ Health Stud 53(3):261-273, DOI:10.1080/10256016.2016.1267166

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