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Forschungsbedarf zu Schadstoffen im Aal

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Neuer Übersichtsartikel erschienen

Schadstoffe im Aal: angedeutet sind Formeln von 2,3,7,8-Tetrachlor-dibenzodioxin und PCB 126 (ein Kongener aus der Gruppe der polychlorierten Biphenyle). Dies sind Beispiele für toxische Substanzen, die sich im Aal und seinen Eiern anreichern. (© Marko Freese / Thünen-Institut)

 

Der Europäische Aal ist eine bedrohte Tierart. Sein Bestand ist seit den 1980er Jahren dramatisch eingebrochen. Die Ursachen für diese besorgniserregende Bestandsentwicklung sind immer noch nicht vollständig geklärt. Als eine der möglichen Ursachen gilt die Verschmutzung der Gewässer mit langlebigen Schadstoffen, die sich über Jahre in dieser besonders fettreichen Fischart anreichern. Die Auswirkungen dieser Schadstoffe entfalten sich beim Europäischen Aal möglicherweise erst während seiner Laichwanderung in die Sargassosee sowie bei der nachfolgenden Generartion während der Entwicklung im Ei und sind entsprechend schwer zu fassen.

In einem neu erschienenen Übersichtsartikel (Review) bewerten Experten in der Schadstoffforschung am Aal aus Belgien, Kanada, Frankreich und vom deutschen Thünen-Institut das Thema im Licht neuester Forschungsergebnisse und arbeiten sieben Forschungsansätze für die Zukunft heraus, um die mögliche Wirkung von Schadstoffen auf den Aalbestand besser zu verstehen und ggf. Maßnahmen im Aalmanagement zu ergreifen.

Einer dieser Ansätze umfasst Untersuchungen zu Schadstoffkonzentrationen in den Reproduktionsorganen des Europäischen Aals während der Gonadenreifung und damit verbunden die Erforschung der Schadstoffdynamik innerhalb des Organismus während der Laichwanderung in die Sargassosee. Das Thünen-Institut unterhält zu diesem Thema ein laufendes Forschungsprojekt und ist in weiteren Aspekten der Aalforschung aktiv.

Belpaire C, Hodson P, Pierron F, Freese M (2019) Impact of chemical pollution on Atlantic eels: facts, research needs and implications for management. Curr Opinion Environ Sci Health:in Press, DOI:10.1016/j.coesh.2019.06.008

Autor des Artikels im Thünen-Institut ist Marko Freese