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Projekt

Neuer und alter Kiefernzapfen Seite an Seite (c)
Neuer und alter Kiefernzapfen Seite an Seite

Bereitstellung von leistungsfähigem und hochwertigem Forstvermehrungsgut für den klima- und standortgerechten Wald der Zukunft - Teilprojekt 2

Holz ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff, der den Vorzug hat, CO2 zu speichern. Mit dem Verbundvorhaben werden die Grundlagen für eine nachhaltige Versorgung des Marktes mit hochwertigem Forstvermehrungsgut gelegt. Dieses Vermehrungsgut muss eine adäquate genetische Diversität haben, um unter den Bedingungen des Klimawandels ein produktives Wachstum in stabilen und anpassungsfähigen Beständen zu gewährleisten. Neben der Steigerung der Wuchsleistung (Erhöhung der CO2-Bindung) wird auch eine Qualitätsverbesserung verfolgt. Dies ist die Voraussetzung, dass das Holz ein- oder mehrmalig stofflich genutzt wird, bevor es der energetischen Nutzung zugeführt wird (Kaskadennutzung).

Hintergrund und Zielsetzung

Im Teilprojekt werden die Baumarten Douglasie und Kiefer koordinierend bearbeitet (inkl. gemeinsame Auswertung der Versuchsdaten). Für Douglasie, Fichte, Kiefer, Lärche, Eiche und Berg-Ahorn werden Plusbäume in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie auf Versuchsflächen des Thünen-Instituts ausgesucht und vermehrt. Für Kiefer wird eine Einzelbaum-Nachkommenschaftsprüfung eingeleitet. Ein Arbeitsschwerpunkt sind begleitende genetische Untersuchungen von Ernteständen und Samenplantagen sowie dem Saatgut bei Douglasie.

Vorgehensweise

Auf Grundlage einer gemeinschaftlichen, institutionen-übergreifenden Auswertung langjähriger Versuchsflächen kann dieses Ziel erreicht werden. Solche  Auswertungen liefern wertvolle Hinweise zur Überarbeitung der Herkunftsempfehlungen und zur Ausweisung von Verwendungszonen. Sie bilden eine wichtige Grundlage für die Plusbaumauswahl und die sich anschließende Vermehrung zur späteren Anlage von Samenplantagen. Über ein aufzubauendes Internetportal werden die erzielten Informationen an Waldbesitzer, forstliche Unternehmer, Entscheidungsträger und Multiplikatoren weitergeben. Durch den hohen Grad der Vernetzung der Partner im Verbundvorhaben werden Synergien und die noch verbliebenen Kapazitäten im Bereich Forstpflanzenzüchtung effektiv genutzt.

Vorläufige Ergebnisse

Die Hauptergebnisse des Projekts sind:

  • Es wurden 216 Versuchsflächen des Thünen-Instituts, des Landesbetriebs Forst Brandenburg (LFB) und der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern (LFoA-MV) mit zusammen etwa 86.000 Datensätzen für das Projekt aufgearbeitet.
  • Die Auswertung der betreuten Versuche führte zu Zulassungsanträgen bzw. Zulassungen von Ausgangsmaterial bei Kiefer, Trauben-Eiche und Europäischer Lärche.
  • Für die Baumart Douglasie wurden drei und für die Kiefer vier Zucht- bzw. Verwendungszonen ausgewiesen.
  • Für die Baumarten Douglasie und Kiefer wurden 913 bzw. 726 Plusbäume in Versuchsflächen und Beständen selektiert. Davon wurden bei der Douglasie 823 Plusbäume und bei der Kiefer 550 für die Anlage der Zuchtpopulationen erfolgreich mittels Pfropftechniken vegetativ vermehrt und genotypisiert.
  • Mit 120 Einzelbaumnachkommenschaften (insgesamt 27.000 Pflanzen) wurden 3 Prüfflächen in Brandenburg (2) und Mecklenburg-Vorpommern (1) angelegt.
  • Aus dem Vergleich und der Bewertung der Analyseergebnisse von unterschiedlich großen Saatguterntebeständen, Mischbeständen und Samenplantagen wurden Schlussfolgerungen und Empfehlungen zur Zulassung von Saatguterneeinheiten der Douglasie, aber auch anderer bestandesbildender und windbestäubter Baumarten in Deutschland abgeleitet.
  • In einem etwa 160-jährigen Bestand mit Trauben-Eiche wurden eine Auswahl an Altbäumen und die darunter aufgekommene Naturverjüngung molekulargenetisch analysiert. Es zeigte sich, dass der Bestand als seit mehreren Generationen naturverjüngt angenommen werden kann. Weiterhin ist die Naturverjüngung zwischen den einzelnen Sammelpunkten sehr heterogen und weist eine räumlich-genetische Struktur auf.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

1.2014 - 4.2019

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 22WB400704 (vorm. 28W-B-4-007-04)
Förderprogramm: Waldklimafonds (Programmbestandteil des Sondervermögens Energie- und Klimafonds)
Projektstatus: läuft


Stärkung der Nutzfunktion durch Forstpflanzenzüchtung
Sorge: Hoffnungsvolle Entwicklungslinien könnten frühzeitig abgebrochen werden
(Holz-Zentralblatt 2017/4)

Von: Jörg Schröder (Thünen-Instituts für Forstgenetik, Waldsieversdorf)
        Volker Schneck (Thünen-Instituts für Forstgenetik, Waldsieversdorf)
        Mirko Liesebach (Thünen-Institut für Forstgenetik, Großhansdorf)

Publikationen zum Projekt

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  1. Liesebach M, Liepe KJ (2019) Forstpflanzenzüchtung in Deutschland im Aufwind : Entwicklung und aktuelle Herausforderungen. ProWald(5):4-7
  2. Wojacki J, Eusemann P, Ahnert D, Pakull B, Liesebach H (2019) Genetic diversity in seeds produced in artificial Douglas-fir (Pseudotsuga menziesii) stands of different size. Forest Ecol Manag 438:18-24, DOI:10.1016/j.foreco.2019.02.012
  3. Liesebach M, Schneck V (2018) The German forest tree breeding concept - the base for new seed orchards. Thünen Rep 62:41-48
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 7372 KB
  4. Liesebach M, Schneck V (2017) Die Traubeneiche und ihre Herkünfte (Teil 1). Forstzeitung 128(6):16-17
  5. Liesebach M, Schneck V (2017) Die Traubeneiche und ihre Herkünfte (Teil 2). Forstzeitung(7):18-19
  6. Schröder J, Schneck V, Liesebach M (2017) Stärkung der Nutzfunktion durch Forstpflanzenzüchtung. Holz Zentralbl 143(4):109
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 4552 KB
  7. Janßen A, Konnert M, Liesebach M, Meißner M, Wolf H (2017) Waldklimafonds unterstützt Forstpflanzenzüchtung. AFZ Wald 72(10):15-16
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 207 KB
  8. Liesebach M, Schneck V (2016) Ist die Einteilung der forstlichen Herkunftsgebiete in Deutschland noch zeitgemäß? Thünen Rep 45:15-20
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 1294 KB
  9. Liepe KJ, Schröder J, Wojacki J (2015) Neue Perspektiven der Züchtung für Douglasie und Waldkiefer. AFZ Wald 70(11):27-29
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 180 KB
  10. Meißner M, Janßen A, Konnert M, Liesebach M, Wolf H (2015) Vermehrungsgut für klima- und standortgerechten Wald. AFZ Wald 70(11):24-26
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 380 KB

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