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Die Messung von Tagesgängen der Kohlenstoffdioxid-Flüsse mit manuellen Hauben startet vor Sonnenaufgang (Großes Moor bei Gifhorn, 04:45 Uhr).
Die Messung von Tagesgängen der Kohlenstoffdioxid-Flüsse mit manuellen Hauben startet vor Sonnenaufgang (Großes Moor bei Gifhorn, 04:45 Uhr).
Institut für

AK Agrarklimaschutz

Kohlenstoff in Böden

Organische Bodensubstanz bewahren und Klima schützen

Die organische Substanz in unseren Böden ist nicht nur ein entscheidender Faktor für die Bodenfruchtbarkeit, sie ist auch bedeutend für den Klimaschutz. Verringert sich die organische Bodensubstanz im Zuge der Bewirtschaftung, wird Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Durch den Vorratsaufbau organischer Bodensubstanz können Böden aber auch eine Senke für CO2-Kohlenstoff sein. Über die Mineralisation von Stickstoff, der in der organischen Bodensubstanz gebunden ist, können beim Abbau organischer Bodensubstanz zusätzlich N2O-Emissionen auftreten.

Wir messen, analysieren und modellieren die Bildungs- und Umsetzungsprozesse organischer Substanz in Agrarböden und die damit verbundenen Reaktionspfade von Kohlenstoff und Stickstoff. In standortdifferenzierten Ansätzen bewerten wir, wie sich die landwirtschaftliche Bodennutzung und gezielte Bewirtschaftungsmaßnahmen auf die organische Bodensubstanz auswirken. Forschungsschwerpunkte bilden

  • die Umsetzungsprozesse und großen Verluste organischer Bodensubstanz in entwässerten, landwirtschaftlich genutzten Moorböden,
  • die standortdifferenzierte Bewertung von Landnutzungsänderungen und
  • die Bedeutung von Unterböden für die Stabilisierung und Speicherung organischer Bodensubstanz.

In der ersten nationalen Bodenzustandserhebung Landwirtschaft untersuchten wir deutschlandweit Agrarböden an über 3000 Standorten. Dadurch schufen wir eine neue Datengrundlage, mit der sich der Einfluss von Klima, Boden, Nutzung und Bewirtschaftung auf den Vorrat organischer Bodensubstanz und dem darin gespeicherten Kohlenstoff und Stickstoff bewerten lässt. Ab 2023 erfolgt die erste Wiederholungsinventur um mögliche Änderungen im Kohlenstoffvorrat festzustellen.

Daneben prüfen wir auch Potentiale und Risiken des Eintrags von unterschiedlich hergestellten Pflanzenkohlen zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und der Kohlenstoffvorräte in Agrarböden.

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