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TRUSTEE Teilprojekt "Validierung der Umsetzung von ländlichen Entwicklungsprogrammen und der Baseline im CAPRI Modell"

Projekt

Schwarzwaldpanorama mit Kirche und Dörfern (c) Rainer Sturm_pixelio.de
Die Wirkungen von Politikmaßnahmen im ländlichen Raum zu analysieren ist ein wichtiger Bestandteil der Politikberatung zur Weiterentwicklung von ländlichen Entwicklungsprogrammen (© Rainer Sturm_pixelio.de)

Um Politikmaßnahmen zur Förderung des ländlichen Raumes quantifizieren zu können, war ein erster wichtiger Schritt die Erstellung des EU-weiten Modells „Regionalisierte Abschätzung der Gemeinsamen Agrarpolitik aus der ländlichen Entwicklungsperspektive„ (CAPRI-RD). Im Zuge der Entwicklung dieses Modells wurde jedoch klar, dass gerade Maßnahmen zur Förderung des ländlichen Raumes nur dann erfolgreich abgebildet werden können, wenn nationale Experten sie fortlaufend validieren. Im TRUSTEE-Projekt kommen nationale Experten auf EU-Ebene zusammen, um dieses Verfahren voranzutreiben.

Hintergrund und Zielsetzung

Seit 2000 ist der umfangreiche Maßnahmenkatalog zur Förderung des ländlichen Raumes in der EU als „zweite Säule der GAP“ bekannt. Zu den herkömmlichen agrarpolitischen Interventionsmaßnahmen, die EU-weit einheitlich umgesetzt werden, kommen mit der zweiten Säule Programme hinzu, die regionalspezifisch gestaltet werden und sehr vielfältig sind. Sie unterscheiden sich ferner dadurch, dass sie nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe, sondern auch andere Wirtschaftssektoren der ländlichen Ökonomie beeinflussen. Um diese Wirkungen und deren Zusammenspiel abschätzen zu können, hatten wir im vorangegangenen Projekt das Modellsystem „Common Agricultural Policy Regionalised Impact Modelling System“ (CAPRI) um regionale Gleichgewichtsmodelle, auch als Computable General Equilibrium  (CGE)  Modelle bekannt, erweitert – so entstand die „Regionalisierte Abschätzung der Gemeinsamen Agrarpolitik aus der ländlichen Entwicklungsperspektive“ („CAPRI-RD“). Durch diese Erweiterung wurden alle Wirtschaftssektoren des ländlichen Raums erfolgreich abgebildet. In einer Validierung der Modellergebnisse konnte die grundsätzliche Wirkrichtung von Maßnahmen der zweiten Säule bestätigt werden, jedoch zeigte sich auch, dass es wichtig ist, die regionalen Unterschiede in der Ausgestaltung der Maßnahmen zu berücksichtigen. Dies wollen wir nun im TRUSTEE-Projekt mit Hilfe der nationalen Experten für die Länder Deutschland, Schweden und Frankreich in Angriff nehmen. Wir werden ferner die CAPRI-Baseline anhand nationaler Daten für Deutschland, Spanien und Irland validieren und in die vorherigen Arbeitsschritte mit einfließen lassen.

Vorgehensweise

Die CAPRI-Baseline validieren wir gemeinsam mit Projektpartnern aus Spanien und Irland für die jeweiligen Länder. Hierzu erstellen wir jährlich die CAPRI-Baseline und werten sie mit den nationalen Modellergebnissen, basierend auf ausgewählten Indikatoren, aus. Signifikante Abweichungen zwischen den Modellen analysieren wir und diskutieren sie ggf. auf der jährlichen Training-Session mit den nationalen Experten. Fehlende Entwicklungen werden in der CAPRI-Baseline im darauffolgenden Jahr berücksichtigt. Die in der Baseline-Validierung gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir auch, um die Abbildung der zweiten Säule zu validieren. Dabei setzen wir die in dem CAPRI-RD-Projekt identifizierten Möglichkeiten zur Optimierung für die Abbildung von Maßnahmen aus der zweiten Säule um und vertiefen sie weiter. Dies soll in Bezug auf regionale Unterschiede und auch maßnahmenspezifisch innerhalb ausgewählter Länder realisiert werden

Daten und Methoden

Für die Baseline-Validierung vergleichen wir die CAPRI-Baseline mit nationalen Baselines (oder alternativ anderen nationalen Datengrundlagen) für die Länder Deutschland, Spanien und Irland. Wir planen Expertenbefragungen in Deutschland, Schweden und Frankreich, um die in den Mitgliedsstaaten unterschiedlich ausgestalteten Maßnahmen der zweiten Säule optimal abzubilden. Außerdem sollen nationale Evaluierungsberichte hinzugezogen werden und eine umfangreiche Literaturrecherche erfolgen. Für den Vergleich sind verschiedene Simulationen mit dem CAPRI-Modell durchzurechnen.

Unsere Forschungsfragen

  • Deckt sich die CAPRI-Baseline mit nationalen Einschätzungen der EU-Staaten Deutschland, Spanien und Irland?
  • Wie hilfreich sind nationale Experteneinschätzungen zur Validierung von komplexen Projektionen?
  • Können die Ergebnisse des CAPRI-Modells zur Wirkung der Zahlungen aus der zweiten Säule durch die Expertenbefragungen und die Evaluationsberichte Deutschlands, Schwedens und Frankreichs bestätigt werden?
  • Und wenn ja, wie ist das Modell bei der Ausgestaltung der zweiten Säule nach 2020 zum Abschätzen von Politikfolgen einzusetzen?
  • Wie können mit dem Modell CAPRI die regionalen Unterschiede in der Ausgestaltung von Maßnahmen der zweiten Säule besser berücksichtigt werden?

Links und Downloads

www.trustee-project.eu

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

9.2013 - 2.2017

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 3

  1. Gocht A, Espinosa M, Leip A, Lugato E, Schroeder LA, Doorslaer B van, Gomez y Paloma S (2016) A grassland strategy for farming systems in Europe to mitigate GHG emissions - an integrated spatially differentiated modelling approach. Land Use Pol 58:318-334, DOI:10.1016/j.landusepol.2016.07.024
  2. Espinosa M, Gocht A, Schroeder LA, Leip A, Gomez y Paloma S, Lugato E, Doorslaer B van (2015) Promotion of grassland as strategy to reduce Greenhouse Gas Emission: results for Spain of the EU-wide analysis with the century and the CAPRI models. In: X Congreso de la Asociacion Espanola de economia agraria : alimentacion y territorios sostenibles desde el sur de Europa ; Cordoba, 9-11 de Septembre de 2015. Valencia: Universitat Politecnica de Valencia, pp 227-234
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  3. Schroeder LA, Gocht A, Britz W (2015) The impact of Pillar II Funding: validation of a modelling and evaluation perspective. J Agric Econ 66(2):415-441, DOI:10.1111/1477-9552.12091