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Treibhausgasemissionen und Minderungsstrategien in Deutschland: Analysen auf betrieblicher Ebene

Projekt

Biogaserzeugung in Deutschland (c) Thünen-Institut/Michael Welling
Biogaserzeugung in Deutschland (© Thünen-Institut/Michael Welling)

Welchen Beitrag kann die Landwirtschaft zum Klimaschutz leisten und welche Kosten entstehen den Betrieben bei der Umsetzung einer Anpassungsstrategie? Anhand einer modellgestützten Analyse mit dem Betriebsgruppenmodell FARMIS analysieren und bewerten wir die Auswirkungen möglicher Treibhausgas-Minderungsstrategien.

Hintergrund und Zielsetzung

Die landwirtschaftliche Produktion führt zur Emission klimaschädlicher Gase, die im Rahmen der aktuellen UN-Klimakonferenz und in Anbetracht der ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung immer stärker in den Fokus der Klimapolitik rücken. Der nationale Klimaschutzplan 2050 adressiert erstmals die Landwirtschaft als Handlungsfeld und konkretisiert sektorale Minderungsziele für 2030 (BMUB 2016). Die dazu notwendigen kosteneffizienten THG-Vermeidungsmaßnahmen sind aufgrund der vielen kleineren, diffusen Quellen von den unterschiedlichen einzelbetrieblichen Strukturen und Verfahren abhängig. Dementsprechend erfordert die Entwicklung von THG-Vermeidungsmaßnahmen betriebsspezifische Ansätze, die in dem vorliegenden Projekt untersucht werden sollen.  

Ziel des Projektes ist es daher, das Betriebsgruppenmodell FARMIS methodisch weiterzuentwickeln, um ökologische und ökonomische Auswirkungen von THG-Minderungsstrategien auf Betriebsebene zu analysieren.   

Vorgehensweise

Zu diesem Zweck wird die Berechnung von Treibhausgasemissionen im Betriebsgruppenmodell FARMIS entsprechend der nationalen THG-Bilanzierungsmethode nach Rösemann et al. (2017) erweitert. Zudem werden ausgewählte Politikinstrumente (wie z.B. Quoten, Steuern oder eine N-Überschussabgabe) abgebildet, um deren Potenzial für eine wirksame und effiziente Erschließung der THG-Minderungspotenziale der Landwirtschaft zu analysieren.

Das Projekt baut insbesondere auf Informationen des nationalen Testbetriebsnetzes auf. Zusätzlich werden Daten des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft eV (KTBL) verwendet, um pflanzenbauliche Verfahrensalternativen nach Produktionsintensitäten zu kategorisieren. Des Weiteren werden Karten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit Gemeindegrenzen der statistischen Ämter des Bundes und der Länder verschnitten, um die relativen Anteile des Landnutzungstyps „drainierte organische Böden“ in den Betriebsgruppen zu ermitteln.

Diese Erweiterungen erlauben es, neben der Analyse der THG-Emissionen des Referenzszenarios (Thünen-Baseline nach Offermann et al. (2016)), auch die Eignung und Relevanz alternativer THG-Minderungsstrategien auf Einkommen, Produktion und Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft, unter besonderer Berücksichtigung betrieblicher Anpassungsstrategien, zu untersuchen.

Links und Downloads

www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/klimaschutz/nationale-klimapolitik/klimaschutzplan-2050/

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

5.2017 - 12.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 2

  1. Rösemann C, Haenel H-D, Dämmgen U, Freibauer A, Döring U, Wulf S, Eurich-Menden B, Döhler H, Schreiner C, Osterburg B (2017) Calculations of gaseous and particulate emissions from German agriculture 1990 - 2015 : report on methods and data (RMD) submission 2017. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 424 p, Thünen Rep 46, DOI:10.3220/REP1490877117000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 7716 KB
  2. Offermann F, Banse M, Deblitz C, Gocht A, Gonzalez Mellado AA, Kreins P, Marquardt S, Osterburg B, Pelikan J, Rösemann C, Salamon P, Sanders J (2016) Thünen-Baseline 2015-2025: Agrarökonomische Projektionen für Deutschland. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 116 p, Thünen Rep 40, DOI:10.3220/REP1458557428000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 2618 KB