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Internationale Wettbewerbsfähigkeit des ökologischen Ackerbaus in Deutschland

Projekt

Der internationale Wettbewerb gewinnt für den deutschen Öko-Ackerbau zunehmend an Bedeutung. (c) BLE, Bonn/Dominic Menzler
Der internationale Wettbewerb gewinnt für den deutschen Öko-Ackerbau zunehmend an Bedeutung. (© BLE, Bonn/Dominic Menzler)

Internationale Wettbewerbsfähigkeit des ökologischen Ackerbaus und Strategien zur Produktionsausdehnung in Deutschland

Steigende Nachfrage aber auch steigende Importe kennzeichnen den deutschen Biomarkt. Sind deutsche Öko-Ackerbauern nur bedingt wettbewerbsfähig und können deshalb vom Bio-Boom in Deutschland nicht profitieren?

Hintergrund und Zielsetzung

Die Nachfrage nach ökologisch erzeugtem Brot- und Futtergetreide sowie ökologisch erzeugten Ölsaaten und Körnerleguminosen hat in Deutschland in den letzten Jahren stetig zugenommen. Dieser Wachstumstrend spiegelt sich bisher aber nur bedingt in der Entwicklung der heimischen Erzeugung wieder, so dass Biogetreide und andere Saaten zunehmend importiert werden. Ziel dieses Vorhabens war es,

(a)  die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Öko-Getreide-, Ölsaaten- und Körnerleguminosenproduktion im Vergleich zu ausgewählten Hauptkonkurrenzländern (Italien, Rumänien, Ukraine, Kasachstan, Russland, Litauen) zu analysieren und

(b)  für die Praxis und Agrarpolitik Strategien zur Produktionsausdehnung in Deutschland zu entwickeln.

Vorgehensweise

Im Rahmen der Analysen wurden für typische Betriebe ausgewählter Untersuchungsländer Produktionskostenvergleiche angestellt. Dabei fanden die im Rahmen des globalen Netzwerks agri benchmark angewendeten Methoden Anwendung. Anschließend erfolgte eine Analyse der Schwachstellen und Stärken der Erzeugung in Deutschland und die Ableitung von Handlungsvorschlägen für die Politik.

Ergebnisse

Die Auswertung der verfügbaren statistischen Informationen sowie erhobenen Daten verdeutlichen, dass der ökologische Ackerbau in Deutschland sich hinsichtlich der Produktionsstrukturen sowie politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen erheblich von der Situation in anderen Ländern unterscheidet. Ein komparativer Vorteil ergibt sich für osteuropäische Betriebe in erster Linie durch deutlich niedrigere Produktionskosten, die die Differenz bei den Einnahmen mehr als ausgleichen. Bedingt durch eine höhere finanzielle Förderung der landwirtschaftlichen Produktion erzielen die Betriebe in Deutschland allerdings dennoch höhere Einnahmen. Sollte die Marktnachfrage nach ökologischen Ackerbauerzeugnissen wie bisher zunehmen, ist zu erwarten, dass sich die hiesige ökologische Ackerbauproduktion weiterhin am Markt behaupten kann ‐ auch wenn der Konkurrenzdruck aus Osteuropa zunimmt. Folglich erscheint eine weitere Produktionsausdehnung gegenwärtig weniger eine Frage der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sondern vielmehr der relativen Vorzüglichkeit gegenüber der konventionellen Produktion zu sein. Um eine weitere Ausdehnung des ökologischen Ackerbaus zu ermöglichen, bedarf es aus heutiger Sicht keiner weiteren politischen Strategien. Vielmehr sollten die bestehenden oder geplanten Förderinstrumente und –konzepte konsequent umgesetzt werden.

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Zeitraum

3.2013 - 2.2018