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Einkommens- und Verteilungseffekte einer Liberalisierung der EU Agrarpolitik

Projekt

Landwirtschaftliche Einkommen werden immer noch stark von politischen Maßnahmen beeinflusst (c) artemsam/123RF Stock Foto
Landwirtschaftliche Einkommen werden immer noch stark von politischen Maßnahmen beeinflusst (© artemsam/123RF Stock Foto)

Die EU-Agrarpolitik beeinflusst Höhe und Verteilung der Agrareinkommen erheblich. Profitieren alle Betriebe gleichermaßen von der derzeitigen Politik? Führen die politischen Maßnahmen dazu, dass die Einkommen innerhalb der Landwirtschaft gleichmäßiger verteilt sind?

Hintergrund und Zielsetzung

Wir untersuchen, wie sich eine Liberalisierung auf die Einkommensverteilung in landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland auswirkt. Im Gegensatz zu anderen existierenden Studien berücksichtigen wir dabei, dass sich bei einem solchen Politikwechsel viele Betriebe anpassen, dass Preise sich infolgedessen ändern – und dadurch auch das Endergebnis.

Vorgehensweise

Die Einkommens- und Verteilungsanalysen basieren auf Buchführungsabschlüssen des Testbetriebsnetzes. Um zu analysieren, wie sich Politikänderungen auswirken, koppeln wir das Betriebsgruppenmodell FARMIS und das Marktmodell ESIM (Deppermann et al., 2011a, 2011b). So können wir simultan die Reaktionen auf den Agrarmärkten und Reaktionen der landwirtschaftlichen Betriebe berücksichtigen. Indem wir mit Hilfe eines Micro-Accounting-Modells die FARMIS-Ergebnisse auf Einzelbetriebe splitten, können wir untersuchen, wie sich die Datenverfügbarkeit und das Aggregationsniveau der eingesetzten Modelle auf die Ergebnisse von Verteilungsanalysen agrarpolitischer Reformen wirken. Grundsätzlich beeinflusst auch die Auswahl des Referenzszenarios die Höhe und Richtung der Verteilungseffekte. Im Rahmen des Projektes haben wir daher getestet, wie sensitiv die Ergebnisse auf unterschiedliche Referenzszenarien reagieren.

Ergebnisse

Unsere Analysen zeigen, dass die Wirkung einer Liberalisierung auf die Einkommensverteilung vom Verteilungsmaß abhängt (Deppermann et al., 2014). Festhalten lässt sich, dass die erste Säule der EU-Agrarpolitik in der derzeitigen Ausgestaltung kein effizientes Instrument ist, um Einkommen ausgeglichener zu verteilen.
Zwar wirkt es sich für die untersuchten Szenarien nicht auf die Richtung der Verteilungseffekte aus, wenn wir Anpassungseffekte berücksichtigen - die Größenordnungen der Effekte beeinflusst es jedoch zum Teil deutlich. Auch das Aggregationsniveau ist bedeutsam, wenn Verteilungswirkungen agrarpolitischer Reformen beurteilt werden. Im Vergleich zu einer Analyse auf einzelbetrieblicher Ebene unterschätzt eine Analyse auf Betriebsgruppenebene das Ausmaß der Ungleichverteilung der Einkommen deutlich. Gegenüber Variationen der Rahmenbedingungen des Referenzszenarios erwiesen sich die Verteilungseffekte einer Liberalisierung der EU-Agrarpolitik allerdings als robust.

Links und Downloads

DFG research unit SiAg 2010-2013

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

1.2008 - 12.2013

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 3

  1. Deppermann A, Grethe H, Offermann F (2014) Distributional effects of CAP liberalisation on western German farm incomes: an ex-ante analysis. Eur Rev Agric Econ 41(4):605-626, DOI:10.1093/erae/jbt034
  2. Deppermann A, Grethe H, Offermann F (2011) Distributional effects of the CAP on western German farm incomes and regional farm income disparity : paper prepared for presentation at the EAAE 2011 Congress "Change and Uncertainty, Challenges for Agriculture, Food and Natural Resources" ; August 30 to September 2, 2011 ; ETH Zurich, Zurich, Switzerland. 12 p
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  3. Deppermann A, Grethe H, Offermann F (2011) Effekte einer EU-Agrarmarktliberalisierung auf Betriebsebene: Simulationen anhand eines europäischen Agrarsektormodells und eines Angebotsmodells für den deutschen Agrarsektor. Schr Gesellsch Wirtsch Sozialwiss Landbaues 46:371-383