Institut für

Betriebswirtschaft

Tiergerechte Nutztierhaltung und Tierschutz

Tiergerechte Nutztierhaltung und Tierschutz

Die Tiergerechtheit der Nutztierhaltung wird nicht nur in der gesellschaftlichen Diskussion in Frage gestellt, auch aus wissenschaftlicher Sicht besteht eine Vielzahl an Problemen. Beispiele sind schmerzhafte, betäubungslose Eingriffe wie Enthornung, Kastration und Schnabelkupieren, hohe Krankheits- und Mortalitätsraten sowie das in vielen Haltungsverfahren stark eingeschränkte Normalverhalten der Tiere.

Veränderungen der existierenden Verfahren sind für die Betriebe vielfach mit höheren Kosten verbunden. Dadurch birgt die Verschärfung von Tierschutzgesetzen die Gefahr, dass die Produktion in Länder mit weniger strengen Regelungen abwandert. Eine Maßnahme, bei der keine negativen Produktionswirkungen zu erwarten sind, ist die Förderung tiergerechter Verfahren, bei der Landwirte für die höheren Kosten entschädigt bzw. für ihre Tierwohlleistungen entlohnt werden. Ein entsprechender marktorientierter Ansatz ist die Kennzeichnung (Label) tiergerecht erzeugter Produkte.

Um die Politik bei der Gestaltung von Förderinstrumente zu unterstützen, evaluieren wir die Wirkungen bestehender Maßnahmen, entwickeln aber auch Konzepte für neue Ansätze wie bspw. die ergebnisorientierte Tierwohlprämien. Die Umsetzung der rechtlichen Rahmenbedingungen ist ein wichtiger Aspekt politischen Handelns, der im Rahmen einer Pilotstudie explorativ untersucht wurde.

Eine Voraussetzung für politisches Handeln, für Konsumentenentscheidungen aber auch für die Bewertung von Politikmaßnahmen und Haltungsverfahren ist die Verfügbarkeit von geeigneten Informationen und Daten. Wir beteiligen uns daher aktiv an der Diskussion um die Auswahl geeigneter Indikatoren und arbeiten an der Schaffung der Grundlagen für ein regelmäßiges, indikatorengestütztes Tierwohl-Monitoring. Vielfach ist nicht bekannt, mit welchen Kosten die Einführung eines tiergerechten Verfahrens verbunden ist. Diese Information ist wichtig, um die Verfahren identifizieren zu können, bei denen mit möglichst geringen Kosten ein besseres Tierwohlniveau erreicht werden kann. Hier besteht eine Schnittstelle zwischen den Arbeitsgebieten „Wettbewerbsfähigkeit“ und „Tierschutz“.

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