Institut für

Biodiversität

AG Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften

Leitung: Prof. Dr. Jens Dauber

Mitarbeit: Dr. Sebastian Klimek

Die Arbeitsgruppe konfiguriert ein Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften als Netzwerk-Konzept welches komplementär zu existierenden Monitoringprogrammen ist und auf einen Datenaustausch mit anderen Akteuren setzt. Zudem wird es dynamisch konzipiert, so dass im Licht neuer Erkenntnisse schrittweise nachjustiert werden kann.

Die Grundstruktur des Monitoring besteht aus drei Teilen:

  • Generelles Trendmonitoring auf nationaler Ebene
  • Vertiefendes Monitoring zu bestimmten Fragestellungen in Agrarräumen
  • Citizen-Science basiertes Monitoring

Das generelle Trendmonitoring auf nationaler Ebene ist langfristig angelegt (> 20 Jahre). Hier gibt es zwei unterschiedliche Herangehensweisen: Zum einen gibt es Ansätze, die einen Indikator für die gesamte Agrarfläche Deutschlands erzeugen, sich aber nur begrenzt für eine regionale Differenzierung eignen, da bestenfalls Daten auf der Ebene von Kreisen und Gemeinden Verwendung finden. Zum anderen gibt es Ansätze, die auf Basis bundesweit repräsentativer Stichprobenflächen flächenscharfe Informationen z. B. zu Landnutzungswandel, Landschaftselementen, Fruchtfolgen, Nutzungsintensität im Grünland, Wasserversorgung und einzelnen Organismengruppen liefern. Soweit möglich, sollen diese Informationen zu nationalen Indikatoren hochgerechnet werden.

Das vertiefende Monitoring zu bestimmten Fragestellungen ist darauf ausgerichtet, die jeweils ausgewählte Frage durch gezieltes Monitoring (a) auf der Ebene einzelner Agrarräume und (b) in überschaubaren Zeiträumen zu beantworten. Hierbei geht es z. B. um die Evaluierung einzelner Belastungsfaktoren oder eines Landnutzungswandels. Solche Monitoring-Projekte werden nur so lange weitergeführt, bis die spezifischen Projekte abgeschlossen sind.

Das Citizen Science-basierte Monitoring, bei dem z. B. Landwirte auf ihren Betrieben selbst Indikatoren erfassen, ergänzt die beiden anderen Teile dieses Konzepts sinnvoll. Citizen Science kann zwar für sich genommen kaum repräsentative Ergebnisse erzeugen, ermöglicht jedoch, in Kombination mit anderen Modulen die Aussagekraft dieser anderen Module beträchtlich zu bereichern.

Die drei Teile dieses Monitoringkonzepts bestehen jeweils aus mehreren Modulen, von denen einige schon existieren, andere gerade im Aufbau befindlich sind und wiederum andere noch entwickelt werden müssen. Es ist davon auszugehen, dass die einzelnen Module unterschiedliche Entwicklungszeiträume beanspruchen werden, bis sie flächendeckend repräsentative Ergebnisse liefern können.

Das Gesamtkonzept wird so gestaltet, dass einerseits schon nach wenigen Jahren ein Grundstock zeitreihenfähiger Ergebnisse geschaffen wird, andererseits in den Folgejahren weitere Module einsatzreif werden, so dass dann ein immer aussagekräftigeres Bild über den Zustand der biologischen Vielfalt und den Einfluss von Landwirtschaft und Agrarumweltpolitik geschaffen wird.